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Kastenwagen als Reisemobil, rund um Fahrzeugauswahl und Selbstausbau

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Kastenwagen oder ein herkömmliches Wohnmobil mit Aufbau?
Diese Frage stellen sich viele, die nach dem geeigneten Freizeimobil suchen. Und viele junge Menschen, die gerade ins Erwerbsalter eintreten, spielen mit dem Gedanken sich einen solchen Kastenwagen selbst auszubauen.
Ich habe diese Gedanken zum Thema eines neuen Buches gemacht, dem Kastenwagen als Reisemobil. Aber nicht alles, was im Buch auf 154 Buchseiten an Informationen enthalten ist konnte ich hier darstellen. Es ist für eine Webseite einfach zu viel und zu komplex. Aber die wichtigsten Dinge im Überblick, wie mögliche Basisfahrzeuge, deren Dämmung, die nach dem Ausbau noch mögliche Zuladung und z.B. die Grundlagen für den Einbau einer Dieselheizung möchte ich doch auf dieser Seite einmal darstellen.

Für die Wahl des Basisfahrzeuges:
Mögliche Basisfahrzeuge mit technischen Daten und Serviceaktionen
Urlaubs- und Reisevorlieben und eventuelle Voraussetzungen
Zuladung, ein heißes Thema

Für den Ausbau selbst:
Lastenheft, oder "was möchte ich zu welchem Zweck"
Grundlagen für den Ausbau
Dämmung, Materialen und Aufheizung
Dieselheizung und Einbau

DIN EN Normen für den Ausbauer


Mögliche Grundfahrzeuge, ihre technischen Daten und eventuellen Serviceaktionen:

Meist sind es Fahrzeuge von Fiat, Ford, Renault, Mercedes Benz, Toyota oder VW. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fahrgestelldaten zur groben Orientierung: 

Für Kastenwagen gibt es von den Herstellern eine Klassifizierung der angebotenen Abmessungen mit Fahrzeuglängen und Höhen. Diese wird in L1H1 bis L4H3 ausgedrückt und gibt Aufschluss über die Größe des Fahrzeuges. Bezogen auf den gleichen Hersteller kann man daraus auch Länge und Höhe des Laderaums ableiten. Hier ein Beispiel:

Fast alle Hersteller arbeiten mit den Größenangaben L und H.
L = Length, Länge. H = Height, Höhe wobei die Längen wie folgt definiert sind: L1 = 4,96 m, L2 = 5,41 m und L3 = 5,99 m.
Achtung
: Die angegebenen Maße sind Gesamtabmessungen!
Ford verwendet diese Einteilung weniger, es gibt diese Angaben aber in Abhängigkeit zur Nutzlast. Doch grundsätzlich kann man gezielt nach seiner gewünschten L-H-Kombination suchen, insbesondere wenn man sich auf eine bestimmte Marke noch nicht festgelegt hat.
L1 beinhaltet einen kurzen Radstand, L2 einen mittleren und L3/L4 einen langen Radstand. Bei einem längeren Radstand muss man beachten, dass damit die Bodenfreiheit sinkt und damit auch der Platz für Unterfluranbauten.
H1 ist das normale Kastenwagendach, H2 ein kleines Hochdach und H3 ein hohes Hochdach.
Die Angabe L2H2 ist eine grobe Aussage über vorzufindende Maße: Der Transporter hat dann eine etwa 3,0 m lange Ladefläche und eine Gesamthöhe von ca. 2,52 m Höhe (Stehhöhe ohne Bodenplatte und Dachisolierung 1,99 m).

Abmessungen Kastenwagen

Eine weitere Angabe bei Fiat ist eine Marketingbezeichnung für die techn. zulässige Gesamtmasse, nämlich das „Light-Fahrgestell“ (bis 3,5t) oder ein „Heavy-Fahrgestell“ (bis 4t). Das „Heavy-Fahrgestell“ wird auch als „Maxi-Fahrgestell“ bezeichnet. Die technische Bezeichnung dafür lautet 33L oder 35L für die 3,3t bzw. die 3,5t Light-Ausführung. Für die Heavy-Version lautet sie 35H oder 40H. In diesem Fall hat das „L“ aber nichts mit der Länge bzw. dem Radstand zu tun, sondern mit „Leicht“. Zwischen der Light oder Heavy Ausführung gibt es Unterschiede in der Bremsanlage und in der Bereifung. Hier kann man die Unterschiede auch mit einem schnellen Blick auf die Felgengröße erkennen. Die 33/35L laufen auf 15“ Felgen/Reifen, die 35/40H Fahrgestelle sind mit 16“ Felgen/Reifen ausgestattet.
Bei Ford ist die Länge versteckt in den drei verschiedenen Radständen von 2933–3750 mm. Die bisherigen L2H2-Modelle (Bj 2006-13) sind künftig um 100 mm, der L3H3 um 150 mm höher.

Sie kennen jetzt die technischen Grunddaten und die Abmessungen Ihres, eventuell in die engere Wahl kommenden Basisfahrzeuges. Sie sollten aber auch die Schwächen dieses Fahrzeuges kennen!
Bei den Fahrgestellen bzw. Kastenwagen gibt es auch ein paar herstellerspezifische Probleme, die ich hier nicht aufführe um die Qualität zu bewerten. Serviceaktionen oder Rückrufe gibt es bei allen Herstellern, aber wenn man den Händler bzw. Verkäufer darauf ansprechen kann ob diese Serviceaktionen beim ausgesuchten auch Fahrzeug durchgeführt wurden und wenn man das dann sogar im Kaufvertrag vermerken kann hat man ein paar Prozent Sicherheit gewonnen. Beim ADAC gibt es dafür sogar eine Datenbank. Hier ein paar Beispiele:

  • Fiat 244,X250            Originallackierung platzt ab
  • Fiat 244                     Bj 2009, Rückruf 5149,Tacho geht vor,
  • Fiat X250                   Bj 2010, Scheibenwischmotor setzt aus
  • Fiat X250                   Serv. Aktion 2010, Wassereinbruch im Motorraum, bei Eisbildung durchrutschender
                                    Zahnriemen, Motorschaden
  • Fiat X250                   Bj 2008, Service Aktion Nr. 5178 / 5357, Kurbelgehäuseentlüftungsheizung
  • Fiat X250                   Rückruf 2010, Motoren 2,3JTD/ ,0JTD/3,0CNG, Motoren/Getriebe,
                                     Verbindungsschrauben lösen sich.
  • Fiat X250                   Bj 2011, 6.Gang springt raus, Schalthebel hüpft., bei Fiat bekannt, Rep.Kit
  • Fiat X250/290             Kombiinstrument, Lampen glimmen, (Fiat bekannt, Sachmängel/Kulanz).
    Fiat X290                    Rückruf 5956, BJ2014/15 Zündschloss, auch Jumper/Boxer
  • Fiat X290 Euro6          Rückruf 6042, Abgas, SW Update,
  • Fiat X290                    Bj 2017, Rückruf 6152, Kurzschluss d. abfallendes EGR Rohr
  • Fiat X290                    Bj 2018, Rückruf 6212, falsch verlegte Spritleitung
  • Fiat X250/290             Rückruf 6172, Befest. Schelle Ladeluftrohr/schlauch.
  • Fiat X250 2.3 JTD E6.  Rückruf 6213, Luftzufuhrstutzen
    Ford Transit                Ab Bj 2007-13, Bei Kälte Motorwarnleuchte, „Anfahrschwäche“ SW-Update
  • Ford Transit                2,2l/TDCI Motor 130/140PS, Bj. 2006-11 Motorschäden am Kolben,
                                     Update 15P08, Transit Camper PCM Cal.
  • Ford Transit ab 2014   170 PS Motor, Serv Akt 17B14 Ölverdünnung, 17B11 Messstab,
                                     17B24 Korrosion Einspritzventil
  • Ford Transit ab 2014   Wasserableitung Scheibe schlecht, Wasser läuft in Motorraum über Stecker
  • Ford Transit E6           Update. 18B42, Menge/Qualitätskontrolle des Motoröls,
  • Citroen Jumper            2,0 Blue HD 163 PS Rückruf 2019, SW-Update Aufleuchten Kontrollleuchten
  • Peugot 2l 130/163PS   SCR, Schaltprobleme vom 4. in den 5. Gang, Synchr. Ringe
  • Renault Master            Motorenprobleme bei 3l Nissan Motor
  • VW, T5                      Getriebe, ZMS, Kupplungsproblem


 Urlaubs- und Reisevorlieben und eventuelle Voraussetzungen:

Ein Reisemobil stellt man sich ja nicht zum Anschauen in den Vorgarten. Man will damit Urlaub machen, Städte und Länder kennenlernen oder seinen Hobbys nachgehen. Dem entsprechend sollte das Reisemobil diesen Erfordernissen entsprechen. Natürlich macht man nicht immer das Gleiche im Urlaub, aber es gibt doch bestimmte Präferenzen. Ich versuche das einmal an verschiedenen Beispielen deutlich zu machen.

Windsurfen in Sardinien:

  • Platz auf dem Dach für die Surfausrüstung, Hubdach.
  • Kälteisolierung ist nicht so wichtig, dort ist es warm.
  • Wasservorrat kann geringer sein, man ist auf oder im Wasser. 

Angeln in Norwegen:

  • Platz auf dem Dach ist unwichtig, die Angel findet einen Platz.
  • Kompressor mit großem Tiefkühlfach/Kühlbox (-20°C) ist wichtig, der Fisch soll nicht verderben.
  • Kräftige Batterien und Solar sichern die Autarkie
  • Kälteisolierung sollte vorhanden sein, es kann kalt werden.
  • Wasservorrat kann geringer sein, es gibt genügend Zapf-stellen. 

Biken oder Langlauf in den Dolomiten:

  • Möglichkeit für den Transport von Rädern oder Ski. Träger an der Hecktür, Träger auf einer Anhängerkupplung, in jedem Fall ist der Zugang über die Hecktüre eingeschränkt.
  • Kräftige Batterien und Solar sichern die Autarkie.
  • Kräftige Heizung, im Gebirge kann es jederzeit frostig werden.
  • Gute Kälteisolierung, die erzeugte Wärme soll im Mobil bleiben.
  • Wasservorrat sollte größer sein, der Schweiß muss runter.

Städtereisen in Europa:

  • Emissionsklasse Euro 6d temp, Wendigkeit und kompakte Abmessungen.
  • Kühlschrank und Herd kann kleiner sein, man geht doch öfters ins Restaurant.
  • Kälteisolierung sollte vorhanden sein, es kann kalt werden.
  • Wasservorrat kann geringer sein, man übernachtet auf Stell- oder Campingplätzen.

 Diesen unterschiedlichen Reisezielen und Hobbys sollte man durch die geeignete Wahl von Fahrzeug und Grundriss natürlich gerecht werden. Das ist nicht einfach, aber diese Informationen können für die Wahl des Grundrisses, einer Hochdachmöglichkeit und der Küchenausstattung doch ganz hilfreich sein. Gleichzeitig kann man diese Präferenzen umsetzen in ein Pflichtenheft. Ein Problem hat diese Einteilung anhand meiner Beispiele allerdings:
Das Reiseverhalten kann sich ändern, denn wie sagt man so schön „mit dem Essen kommt der Appetit“.


Zuladung, ein heißes Thema:

Solaranlage und Batterien erzeugen und speichern nicht nur Energie, sie haben auch ein Eigengewicht! Auch ein größerer Motor, ein Automatikgetriebe oder anderes Zubehör haben ihr Gewicht.
Rechnen Sie deshalb zu dem Gewicht im Prospekt alle Gewichte Ihrer Zusatzausstattung dazu und kontrollieren Sie, wie viel Zuladung dann noch übrig bleibt. Lassen sie in der Bestellung das Gewicht jeder Zusatzausstattung aufführen und fordern Sie ein Wiegeprotokoll der Werksabnahme (Leergewicht) als Zusatz zur Rechnung.

Aber fangen wir von vorne an:
Die Leermasse (Leergewicht) im fahrbereiten Zustand ist das Gewicht von Chassis und Ausbau inklusiver aller werksseitigen Einbauten und Extras, zuzüglich aller zum Betrieb notwendigen Ausrüstungsteile und Betriebsstoffe, das heißt:

  • 75 kg Fahrergewicht
  • zu 90% gefüllter Kraftstoff- und ggf. AdBlue Tank
  • Zu 100% gefüllte Systeme für andere Flüssigkeiten (Frischwassertank, Boiler, Toilettenspültank, ein bzw. eine volle Gasflaschen, Abwasser/Fäkalientanks sind leer!
  • Gewicht aller im Betrieb mitgeführten Ausrüstungsteile (z. B. Abschleppseil, Werkzeug, Wagenheber, Feuerlöscher, Verbandskasten, Warndreieck)

Die Gewichte der üblichen Extras sind: stärkerer Motor (25 kg), Automatikgetriebe (5 bis 10 kg), Anhängerkupplung (35 kg), Zusatzluftfederung 12 kg, Fahrradträger (15 kg), Markise (35 kg), Zusatzbatterie 100Ah (25 kg), (Alle Angaben sind Durchschnittswerte).  Damit haben wir die Leermasse, definiert nach DIN EN 1646-2. bzw. die Masse im fahrbereiten Zustand. Die im Katalog gedruckten Angaben dürfen um 5% plus/minus vom tatsächlichen Gewicht abweichen!
Bei allen Extras ist die Frage, ob sie vom Hersteller oder vom Händler an- bzw. einbaut werden. Dem entsprechend sind sie eventuell in der Leermasse beinhaltet, ansonsten müssen sie später zur Zuladung addiert werden. Im Kataloggewicht sind sie auf jeden Fall nicht beinhaltet.

Jetzt kommt die so genannte persönliche Ausrüstung oder Zuladung, auch definiert in der DIN EN 1646-2:2008-09

  • für alle eingetragenen Sitzplätze (steht in Zul. Teil I) jeweils 75 kg (abzüglich Fahrer, da im Leergewicht berücksichtigt)
  • Gepäck je zugelassener Person 10 kg, bei zwei Sitzplätzen (laut Fahrzeugschein) also 20 kg
  • je Meter Fahrzeuglänge 10 kg (also bei 6m 60 kg)

Dies ist das Normgewicht, also zusätzlich Zuladung von 155 kg zur Leermasse. Mit dieser Zuladung haben wir hoffentlich die technisch zugelassene Gesamtmasse (zGM, Zeile G der Zul., Teil II) nicht überschritten!
Und hier ein Beispiel aus der Testwirklichkeit für ein Reisemobil, VW Bulli T6, mit einer Länge von 5,30 m und einer Zulassung für 4 Personen auf einem Chassis mit 3,2t zGM. 

Beschreibung

Gewicht

Chassis/Aufbau Leergewicht

2.720 kg

werks. Zubehör, 4Motion, Diff.Sperre, Markise, Climatic

100 kg

+ Fahrer

75 kg

+ 90% gefüllter Kraftstoff- und ggf. AdBlue Tank

70 kg

+ 100% Trinkwasser, 40l Tank

40 kg

+ 100% Gas (2x5kg mit Flaschen)

20 kg

Leermasse oder Masse im fahrbereiten Zustand

3.025 kg

+ Beifahrer und 2 weitere Mitfahrer

225 kg

+ je 10 kg Reisegepäck pro Person

40 kg

+ Gepäckzuschlag 10 kg pro 1m Länge

53 kg

Normgewicht für 4 zugel. Sitzpl. bei 5,3m Länge

3.343 kg

Markise, Campingzubehör, Fahrräder

80 kg

Technisch zulässige Gesamtmasse

3.200 kg

Überladung

-223 kg

Als Faustformel können Sie sich merken: Auch bei einem 5,3m Reisemobilmobil mit einer zGM von 3,2t ist ein 2-3 wöchiger Urlaub im Hinblick auf die zulässige Zuladung nur mit zwei Personen möglich! Ab 3,5t benötigt man einen Führerschein der Klasse C1 oder C1E.

Mehr zum Thema Gewicht und Zuladung finden Sie in meinem Buch "ABC rund ums Wohnmobil".


Lastenheft, oder "was möchte ich zu welchem Zweck"

Der Inhalt des
Lastenheftes sollte eine Aussage darüber geben was ihr Reisemobil und seine Ausstattung leisten sollte und auf welche Autarkiedauer Wasser, Abwasser, Toilette und Energieversorgung ausgelegt werden sollen. Ergänzen Sie dieses Lastenheft dann noch mit den Grundrissen und Verschaltungsplänen, besitzen Sie Unterlagen, die bei einem eventuellen, späteren Verkauf hilfreich sind.Dann sollten Sie festlegen, welche Komponenten sie einbauen wollen (Kühlschrank, Heizung, Küchenblock, Längs- oder Querbett, Hoch- oder Hubdach) um dieses Ziel zu erreichen und welche Abmessungen diese Einbauten haben.
Als Beispiel, nur tabellarisch aufgelistet am Beispiel Präferenz „Angeln in Norwegen“:

  • Autarkie 3 Tage, Frühjahr, Sommer, Herbst, Standplätze frei im Fjord, keine Nespresso, keinen Fön,
  • Kastenwagen, Handwerkerversion,L2H2
  • Solaranlage 2x100Wp, MPP-Regler
  • Lithiumbatterie 300Ah, B2B-Ladebooster
  • kleiner WR, 150W, für Kleingeräte
  • Frischwasser 60l, Außendusche, Abwassertrolly oder Eimer
  • Toilette, 18l Kassette, integrierter 20l Spülwassertank
  • Kompressorkühlschrank 100l, Frosterfach -20°C
  • Heizung Truma Combi 4 Diesel, 230V
  • LED-Beleuchtung, 2x Notebook, Smartphone, Wasserpumpe
  • Herd 2-flamig, Gas
  • 1x 5kg Gasflasche, Druckminderventil, Schnellschlussventil

Durch die Umsetzung der Präferenz „Reisegewohnheiten“ ergibt sich für das Lastenheft ein Strombedarf von ca. 99Ah, wenn die Heizung im Frühjahr/Herbst laufen soll. Das ergibt eine Autarkiedauer ca. 3,3 Tage bis Toilettenkassette geleert werden muss und Batterie bei 80% DoD geleert ist. Scheint die Sonne nicht, versiegt der Batteriestrom schon nach 2,2 Tagen.


Grundlagen für den Ausbau

Der Fiat Ducato und seine Markenbrüder sind für Ausbauer zweifelsohne die beliebtesten Modelle. Sie haben ihre Macken, die Italiener sind nicht unbedingt für kompromisslose Qualität bekannt, aber Sie haben bei diesen Kastenwagen die größte Auswahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Die Brüder Jumper und Boxer sind nicht so gebräuchlich, kommen aber aus dem gleichen Werk und haben die gleichen Abmessungen. Die Handwerker-Kastenwagenversionen sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt relativ preisgünstig zu bekommen, haben allerdings i.d.R. eine Doppelsitzbank und sind damit nur für 3 Personen zugelassen.
Der Markt ist groß, um sich zurechtzufinden sollte man schon vorher eine kleine Auswahlliste erstellen. In meinen Augen ist die Frage nach dem Hersteller eigentlich unbedeutend. Ein Gebrauchtwagen ist ein Gebrauchtwagen. Wer ihn hergestellt hat ist weniger wichtig als wie und wo er eingesetzt wurde bzw. wer ihn gefahren und eventuell sogar gepflegt hat. Bei der Vorauswahl gibt es aber weitere Kriterien, die den späteren Ausbau beeinflussen.

  1. Hat der Kastenwagen einigermaßen gerade Wände? Wenn nein ist der Ausbau wegen der Wandkrümmung schwieriger.

  2. Hat der Kastenwagen eine Trennwand zur Fahrerkabine?

  3. Will man diese behalten oder soll sie entfernt werden? Mit Trennwand hat der Wagen meist eine Lkw-Zulassung.

  4. Sind in Seitenwänden oder Hecktür schon Fenster? Fenster bringen Tageslicht, sind aber schlecht zu isolieren. Sie sind damit Fluch und Segen zugleich.

  5. Wollen Sie einen Wagen mit Schiebetür oder benötigen Sie diese Wandfläche für Einbauten?

  6. Soll das Reisemobil später mehr Personen befördern als Sitzplätze eingetragen sind. Dann sprechen Sie den Einbau von Sitzen und deren Gurten vorher mit dem TÜV ab.

Soll der H1-Kastenwagen ein Hoch oder Hubdach bekommen? Dieser Umbau muss auf jeden Fall vorher mit    dem TÜV besprochen werden.

Hier ein Beispiel einer „Handwerkerausführung“ mit bereits ausgebauter Trennwand und Doppelsitzbank. Wenn Sie darauf verzichten, die Fahrersitze in den Wohnraum zu integrieren, ist eine Doppelsitzback ideal.
Die Trennwand ist eine der Voraussetzung für eine Lkw-Zulassung, die Reisemobilfahrer allerdings weder wollen noch brauchen. Sie lässt sich aber bei vielen Transportern relativ leicht ausbauen. Bei manchen ist sie verschweißt, dann muss man flexen, was man aber vorher mit dem TÜV absprechen sollte. Wer es gemütlich will entfernt die Trennwand und versieht die Frontsitze mit Drehkonsolen. Ein solcher Lkw Kastenwagen ist allerdings nicht mit einer Sitzbank im Kasten ausbaubar weil hierfür die Befestigungsmöglichkeiten in der Bodengruppe fehlen und dann nimmt der TÜV den Einbau nicht ab..
Dafür benötigt man einen Transporter mit Personenzulassung. Er ist meist mit nur einem Beifahrersitz und einer 3er-Sitzbank im Kasten ausgestattet und hat damit Befestigungsmöglichkeiten für andere Sitzmöbel. Allerdings hat so ein Personentransporter auf allen Seiten Fenster und ist damit gegen Hitze und Kälte schlecht zu dämmen.

Viele junge Um- und Ausbauer denken bei der Wahl auch an gebrauchte Rettungswagen (RTW) oder ähnliches. Diese Fahrzeuge sind aber für den harten Einsatz gebaut, also Heckantrieb mit Zwillingsreifen, verstärkter Türscharniere, Trittstufe, Rammschutz, Dachluke aus Glas etc. und haben damit meist eine techn. zuläss. Gesamtmasse von 4 - 4,8t.
Damit sind sie mit einer Führerscheinklasse B nicht zu fahren und abspecken, bzw. ablasten wird sehr schwierig. Einfacher ist es den C1 Führerschein nachzuholen. Bei den einfacher gebauten Krankentransportfahrzeugen (KTW) ist die Gewichtssituation entspannter. 

Aber Achtung
: Auch das sollte man wissen:
Kauft man den Kastenwagen als LKW (Klasse N1 oder N2) zugelassen kann man den ohne weiteres Ausbauen, aber es bleibt im Sinne der StVO, zulassungs- und steuertechnisch ein Lkw! Mit einer Umschlüsselung in eine andere Fahrzeugklasse auf Pkw <3,5t, M1 wird es aber wegen der unterschiedlichen Abgasvorschriften u.U. schwierig bis sehr schwierig.
Denn wenn ein Fahrzeug der Klasse N1 oder N2 mit einer Typgenehmigung in Verkehr gebracht wird, ist eine Umschlüsselung auf die Fahrzeugklasse M1 nur möglich, wenn das Fahrzeug alle Voraussetzungen eines Klasse M1 Fahrzeuges erfüllt. Die Änderung von Pkw auf Wohnmobil / sonstige Kfz hängt stark von der Art des Ausbaus ab wie z.B. einen fest montierten Schlafplatz, Kücheneinrichtung mit Spüle und Abwasserführung sowie Kocher, Schrank bzw. Stauraum und Zündsicherungen bei allen im Innenraum eingebauten Gasgeräten..


Dämmung, Materialien, Aufheizung
Isolieren kann man einen Kastenwagen nicht, dazu hat er zu viele Fenster- und Blechflächen. Aber man kann dämmen! Und zwar die Geräuschkulisse von außen und den Wärmeverlust aus dem Inneren. Wenn es an die Dämmung geht sollten Sie entweder im Sommer oder in einer warmen Umgebung, z.B. einer beheizbaren Halle arbeiten. Die Klebstoffe sollten bei Zimmertemperatur verarbeitet werden um trocknen und abbinden zu können.

Zuerst einmal ein paar Worte zu den Dämmmaterialien:

Styropor, EPS
(Expandierter Polystyrolschaum) sind grobporige, großkugelige, offenporige Platten bzw. Schäume und können Wasser aufnehmen. Sie sind leicht, aber mechanisch nicht sehr stabil.
Styrodur, XPS, Styrofoam, Polystyrol, (Extrudierter Polystyrol-schaum) sind eher feinporige, kleinkugelige, geschlossenporige Platten bzw. Schäume und können deshalb kein Wasser speichern. XPS sollte deshalb als Dämmstoff in Alu/GfK Verbundwänden im Wohnmobilbau verwendet werden. Es ist mechanisch stabiler, aber auch schwerer. Sowohl EPS als auch XPS dünsten bei Temperaturen über 80°C aus und können damit unter der verklebten Außenhaut Beulen bilden.
X-Trem Isolator
ist geschäumtes Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP)
Armaflex
ist ein synthetischer Kautschuk (PUR), die Isolierung ist sehr flexibel und leicht verarbeitbar. Für die Innendämmung von Kastenwagen empfiehlt sich Armaflex oder Xtrem Isolator, der nach innen mit einer Dampfsperrfolie versehen wird. Das gilt für das (Hub)-Dach genauso wie für Radkästen und Verstärkungsbleche.
Mineralwolle
ist relativ einfach zu verlegen und eignet sich gut für die Bodendämmung.

All die angeführten Dämmstoffe haben eine Wärmeleitfähigkeit
λ zwischen 0,032 bis 0,04 Watt/(m/K). Der Unterschied ist gering, durch eine dickere Dämmschicht gewinnt man mehr als durch die Art des Dämmstoffes. Der gebräuchlichere U-Wert ergibt sich aus Wärmeleitfähigkeit geteilt durch Materialstärke und gibt an, welche Wärmeleistung durch das Bauelement pro Quadratmeter strömt, wenn die Außen- und Innenfläche einem konstanten Temperaturunterschied von einem Grad (1 K) ausgesetzt sind.
D.h.: Eine 19mm starke Armaflex/Xtreme oder XPS Dämmung hat damit eine Wärmedurchlässigkeit von ca. 2,1 Watt pro 1°Kelvin Temperaturdifferenz. Beträgt die Blechtemperatur mit schwarzer Lackierung im Hochsommer bis zu 70°C und die Innentemperatur 25°C ist dies eine Temperaturdifferenz von 45 Kelvin. Damit ergibt nach der Rechnung 2,1W x 45°K eine Wärmedurchlassleistung von 95 Watt. Multiplizieren wir dies nur mit der reinen Dachfläche (B = 1,8m, L = 5m) von 9m2, ergibt dies nur für die Dachfläche einen Wärmeeintrag in den Innenraum von ca. 855Watt. Über 8 Hoch-sommerstunden sind dies ca. 6,8 kW/h. 6,8 kWh müsste also eine Standklimaanlage in 8 Stunden abtransportieren wenn eine Innentemperatur von 25°C vorherrschen sollte.
Im Winter geht die Wärme von innen nach außen. Bei 20°C Innentemperatur und -5°C Außentemperatur haben wir eine Temperaturdifferenz von 25°K. Bei gleicher Dämmschichtdicke gehen in 24h gehen also 2,1W x 25°K x 9m2 x 24h = 11,3 kWh an Wärmeverlust durch die gedämmte Dachblechhaut, welche die Heizung ersetzen sollte.
Mit diesen Rechenbeispielen und mit den bestrahlten oder abstrahlenden Blechflächen können Sie jetzt die Effizienz Ihrer Dämmung überprüfen. Die unisolierten Fensterflächen habe ich Einfachheit halber unterschlagen, deren U-Wert ist um ein vielfaches schlechter.
Und jetzt noch ein anderer Ansatz mit ein paar messtechnischen Fakten zum Thema Dämmung eines Kastenwagens
"Ducato" L3H2 mit 2 Dachfenstern 40x40 und 2 Seitenfenster (90x45). Ein Energieberater hat mit diesem Fahrzeug Simulationen durchgeführt und diese in einem Forum veröffentlicht.

Ich habe mir erlaubt diese hier einzufügen:

  1. Kastenwagen ohne Dämmung (pures Blech mit Sperrholz-Innenverkleidung): Der Heizbedarf nach Norm-Außentemperatur -14°C liegt bei ca. 8 kW!! Das bedeutet, dass man 8 kW verheizen muss, um bei -14°C außen eine Innentemperatur von 20°C zu erreichen.
  2. Kastenwagen teilgedämmt (alle zugänglichen Flächen mit Armaflex 19mm beklebt, Holme nur mit Sperrholz überdeckt): Hier liegt der Heizbedarf bei ca. 2kW. Somit reicht eine handelsübliche 2kW-Heizung auf Volllast gerade so aus für kalte Tage (wobei man dann die Türe niemals aufmachen darf)
  3. Kastenwagen voll gedämmt (inklusive der Holme, 19mm Armaflex als Innenwanddämmung): Hier sinkt der Heizbedarf auf ca. 1,5kW. Aber man handelt sich durch Temperatur-Ausdehnungen bzw. Schrumpfungen Hohlräume ein, in denen Feuchtigkeit kondensieren kann und nur schlecht wieder entfernt werden kann.

Diese Aufstellung zeigt den Effekt einer Dämmung und hilft sicherlich auch bei der Wahl der Heizung!
Einen Kastenwagen effektiv zu dämmen ist also eine anspruchsvolle Aufgabe. Die ersten Fragen, die man sich stellen sollte sind:

  1. Muss die Dämmung auch mal ein paar „Null Grad“ Tage bzw. Nächte standhalten, oder will ich nur die Sommerwärme nicht direkt an den Innenwänden spüren?
  2. Mit welchem Material wollen Sie die Seitenwände, Hecktüren und die Dachinnenseite auskleiden? Flexible, klebbare Armacell- bzw. X-trem-Matten, Steinwolle oder starre Styrodurplatten?
  3. Wie hoch tragen die Wand- Dach- und Querverstrebungen auf?
  4. Wie möchten Sie die Dämmung an Dach, Hecktüren und Seitenwänden verkleiden und möchten Sie an dieser Verkleidung Möbeleinbauten befestigen?
  5. Wollen Sie ihrem Ausbau nur eine Bodenplatte ohne Dämmung genehmigen oder ist ein technischer Doppelboden mit ca. 7-10cm Nutzhöhe vorgesehen, in dem Sie Dämmmaterial verarbeiten können. Wenn ja, haben Sie dann noch genügend Stehhöhe?

Kastenwagen lassen sich aufgrund der eingezogenen Wand- und Dachprofile schlecht dämmen und schon gar nicht isolieren, die Dämmung verringert außerdem den nutzbaren Innenraum. Als Dämmungstiefe stehen meist nur ca. 3-5 cm zur Verfügung.
Ein weiteres Problem bei der Kastenwagendämmung sind die fast unvermeidlichen Kältebrücken. Meist sind es Durchschraubungen, Spriegel oder Fensterrahmen. Sie kühlen an der Blechhaut ab, leiten die Kälte nach innen, und die warme Innenluft bildet an diesen Stellen dann durch Kondensation Schwitzwasser. Geschieht dies an Schrauben, bildet sich an den Schraubendurchgängen Feuchte, die Innenwände und Bodenplatte an diesen Durchgängen verrotten lässt. Diese Kältebrücken müssen Sie verhindern!
Zum Thema Heizung, Dämmung und damit der Aufheizzeit (winterfest) gilt übrigens die DIN EN 1646-1:2018-6.


Dieselheizung und ihr Einbau

Auch bei der Heizung stellt sich die Frage: Gas oder Diesel.
Die Frage ist schnell beantwortet, wenn man nur die Brennstofflagerung betrachtet. Für Gas benötigt man einen separaten Gasflaschenkasten mit Platz für mindestens eine 11-Kg Flasche, Druckminderventil und Gasleitungen. Die Installation mit Rohrleitungen ist aufwendig, und das ganze System muss alle zwei Jahre durch einen Gassachverständigen abgenommen werden.
Bei einer Heizung oder Kochstelle, die sich mit Diesel zufrieden gibt ist das erheblich einfacher. Der Diesel wird über eine Förderpumpe dem normalen Kraftstofftank entnommen, man hat also eine fast endlose Versorgung mit Brennstoff. Betrachtet man aber auch noch die anderen Punkte, verschiebt sich das Bild wieder.

  • Durch die Förderpumpe, die Glühkerze, und für die Warmhalteplatte noch das Gebläse, benötigen diese Geräte mehr Strom als gasbetriebene Geräte.
  • Dieselheizungen und Kocher erledigen ihre Aufgabe leider z.T. unter Geruchsbildung und auf jeden Fall mit Laufgeräuschen des Gebläses. Ist die Dosierpumpe nicht geräuschgedämmt montiert, hört man das Klopfen.
  • Dieselbetriebene Heizungen oder Kochstellen sind außerdem höhenempfindlich. Ab 1500 m fehlt denen der Sauerstoff und sie rußen. Der Ruß verkrustet die Einspritzdüse, die Heizung geht auf Störung. Dagegen gibt es sogenannte „Höhensets“, die den Kaufpreis allerdings stark in die Höhe treiben. Mit diesen Höhensets werden die Brennstoffzufuhr und damit leider auch die Koch- bzw. Heizleistung gedrosselt, und ab 2500 m ist längerfristig auch hier Schluss mit warmer Küche oder warmer Sitzecke.
  • Dieselkocher haben nur eine Kochstelle! Da werden selbst Spagetti mit Tomatensoße zum kochtechnischen Klimmzug.

Preislich ist zumindest bei den Heizungen kein großer Unterschied, die Geräte- und Betriebskosten für Gas oder Diesel sind annähernd gleich. Bei der Kochstelle sieht es anders aus, hier ist die Dieselkochstelle deutlich teurer (Diesel ca. 1200,-€ Gas ca. 240,-€).
Und a
ls Faustformel für den Brennstoffverbrauch gilt:
Der Gasverbrauch je kW Heizleistung liegt bei ca. 80 gr/Std. Bei einer Dieselheizung liegt der Dieselverbrauch je kW Heizleistung bei ca. 0,15 ltr/h.

Entscheidet man sich auch für Frühjahr, Herbst- oder sogar Winterreisen, sollte die Heizleistung gesamt aber schon bei 4-6 kW liegen. Egal wie gut man gedämmt hat, das Blechkleid und die Fahrerhausverglasung haben enorme Wärmeverluste. Aber egal ob Gas oder Diesel, für den Selbsteinbau eignen sich nur Warmluftanlagen. Mit Hilfe eines Gebläses wird diese dann in den Innenraum geblasen und ggf. dort verteilt. Die Ausblastemperatur direkt an der Heizung liegt bei ca. 100°C. Bei größeren Reisemobilen sollte man die erzeugte Warmluft über Heizrohre und ggf. abschnittsweise installierte Ausströmer gleichmäßig im Raum verteilen. Hat man keinen Installationsboden, muss man das Heizrohr ggf. auch durch Einbaumöbel und Badzelle verlegen. Am besten zeichnen Sie sich die mögliche Heizrohrverlegung inklusive der Ausströmer in Ihren Grundriss ein und bedenken Sie bei der Platzierung der Heizung, dass die verteilte Warmluft auch irgendwo kalt angesaugt (Luftzufuhr, Zugluft) werden muss.
Bei der Auswahl Ihrer Dieselheizung sollten Sie darauf achten, dass die Heizung möglichst lange ununterbrochen durchläuft. Eine Dieselheizung ist wie ein Traktor: starten und durchlaufen lassen. Bei Planar heißt dies „Steuerung nach Leistung“. Wenn Dieselheizungen nur ab und zu für kurze Zeit eingeschaltet werden oder nur auf niedriger Heizleistung gefahren werden (Steuerung nach Temperatur), verkoken Glühstift und Einspritzdüse. Ruß- und Fettablagerungen behindern Einspritzung und isolieren den Grühstift zur Zündung des Dieselöls. Die Heizung sollte zur Verhinderung von Verkokung in regelmäßigen Abständen für 1 bis 2 Stunden auf volle Heizleistung gefahren werden. Viele Heizungen arbeiten deshalb nicht temperaturgesteuert mit Thermostat sondern in einem leistungsbezogenem Betrieb, also Dauerlauf mit 2 kW Wärmeabgabe. Wem es zu warm wird der kann ja das Fenster öffnen. Das ist jedenfalls besser als sich in einer kalten Nacht mit der roten Störungs LED herumzuschlagen.

Der Einbau einer Dieselheizung ist ein sehr Kfz-technisches Thema, denn sie muss an die Kraftstoffversorgung des Basisfahrzeuges angeschlossen werden. Die Dieselheizung benötigt Brennstoff und saugt diesen über eine eigene Förderpumpe aus dem Tank. Bei dieser Dosierpumpe handelt es sich um eine Hubkolbenpumpe, die über einen Taktgeber auf der Welle des Verbrennungsluft-Lüfterrades gesteuert wird. Mit einer, je nach Wärmebedarf, variierenden Lüfterdrehzahl wird somit auch gleichzeitig die benötigte Kraft-stoffmenge angesaugt. Für den Anschluss der Brennstoffleitung an den Treibstofftank gibt es verschiedene Wege:

  1. Den vom Fahrzeughersteller in der Ausbauanleitung beschriebenen Anschluss an den dafür vorgesehenen Tankentnehmer (Ford vorhanden, Fiat, Citroen, Peugot nein). Das hat den Vorteil, dass über diesen Anschluss der Tank von der Heizung nicht leer gesaugt werden kann.
  2. Den von den meisten Dieselheizungsherstellern beschriebene Weg über einen T-Verzweiger aus der Treibstoffrücklauf-leitung.
    Hier saugt die Dosierpumpe entweder den Rücklauf an oder versorgt sich bei Motorstillstand direkt aus dem Tank. Der Vorteil liegt im einfachen Auftrennen der Rücklaufleitung, der Nachteil liegt darin, dass über den bis zum Tankboden gehende Tankrücklaufstutzen der Tank geleert werden kann und der Rest zum Motorstart nicht mehr reicht. Bei vielen Fahrzeugen erkennen Sie die Rücklaufleitung an aufgesetzten Kühllamellen.

    Achtung
    : Das funktioniert bei einigen Dieselheizungen aber nur, wenn auf der Rücklaufleitung kein Druck ist, der die Pumpentaktung der Heizung beeinflussen könnte.
  3. Der Einbau eines weiteren Tankentnehmers in den Tankgeberdeckel. Dazu muss man aber meist den Tank ausbauen.
  4. Die Zulauf-Treibstoffleitung vom Tank zum Motor dürfen Sie nicht benutzen. Bei Pkw- und Kastenwagen ist meist eine Vorförderpumpe direkt im Tank integriert die im Stand das Ansaugen blockiert und bei laufendem Motor den Druck und damit die Fördermenge erhöht.
  5. Eine weitere Möglichkeit ist ein separater Brennstofftank. Die Fa. Planar bietet einen solchen an.

Das ganze Thema Anschluss ist nicht trivial. Bei Fiat ist an der Einheit Tankgeber/Vorförderpumpe kein zusätzlicher Entnahmeanschluss. Der muss nachträglich eingebaut werden. Bei Ford ist ein Anschluss für Fremdheizungen vorhanden, aber in beiden Fällen muss man dazu alle Dieselleitungen abnehmen und den Tank ausbauen. Bei Bohrarbeiten für den zusätzlichen Tankentnehmer muss man darauf achten, dass keine Plastik- oder Metallspäne in den Tank fallen. Werden die Treibstoffleitungen beim Ausbau gelöst kommt Luft in die Treibstoffleitungen, der Motor kann beim Start dann mit der Fehlermeldung „Unterdruckfehler Treibstoffrücklauf“ in Notlauf gehen. Zum Rücksetzen der Fehlermeldung braucht man dann ein Diagnosetool.
Und zum Abschluss noch ein Thema: Das Klackern der Dieselförderpumpe. Sie wird zwar am Unterboden verbaut, aber der Körperschall und die Resonanzfläche des Blechbodens wirken sich eher lautverstärkend aus. Bauen Sie die Förderpumpe deshalb z.B. in ein HT-Rohr ein, lagern die Pumpe in Schaumstoff und verschließen Sie die Rohrenden mit HT-Rohrdeckeln. Das Rohr befestigen Sie dann mit Gummidämpfer-elementen an einer Aluschiene und diese können Sie dann an den Unterboden schrauben. Damit haben Sie dem hörbaren Klackern definitiv ein Ende bereitet.
Ich möchte hier alle Umbauer nochmals auf die Ausbaurichtlinien der Fahrzeughersteller verweisen.


DIN EN Normen für den Ausbauer

DIN VDE Normen für die Elektrik:
Für deren elektrische Einrichtung und Betrieb gelten u.a. die DIN VDE 0100-410: 2019-10, die aktuelle DIN VDE 0100-721: 2019-10, Teil 7-721 sowie die DIN VDE 0285-525:2012-01. In Bezug auf Personenschutz mittels FI/RCD gilt die DIN VDE 0100-410:2018-10 und die DIN EN 60204-01:2019-6 (VDE 0113-1).
Für die Niedervoltanlagen (Verkabelung, Batterien, Gasanlagen), die mit DC 12/24/48V betrieben werden gilt DIN EN 1648-1 & 2, 2018-04.
Für Batterieanlagen im Kfz gelten die DIN EN 62281 und VDE 0509-6:2018-07 sowie die DIN EN 50272-2 VDE 0510-2:2001-12.
Für Photovoltaikanlagen gilt die DIN VDE 0100-712:2016-10 und für eine eventuelle Netzkoppelung die DIN EN 62446:2010-07.

DIN EN für die Gasanlage:
Für Wohnmobile und Caravans gilt die
DIN EN 1949:2018-04 bzw. DIN EN 12979:2016-05. Brenngastanks (Tankflaschen) müssen der ECE R 67 01 Teil 1 entsprechen. Für Zwangsbelüftung bei Gasanlagen gilt die Norm DIN EN 721:2019:12 "Bewohnbare Freizeitfahrzeuge - Anforderungen an die Sicherheitslüftung". Für Österreich gilt die ÖNORM EN 1949 für die Schweiz die SN EN 1949.

ECE 17 für An- und Einbauten
Für Rückhaltesysteme (Gurt + Gurtbock) im Wohnraum von Reisemobilen gilt ab 2015 die neue ECE 17.
Alle festen Einbauten von Geräten, Gurtböcken, Gastankflaschen, autom. Sat-Antenne etc in Kfzs muss so eingebaut sein, dass sie einer negativen Beschleunigung von 20g in Längsrichtung und 8g in Querrichtung standhalten.

Winterfestigkeit, Sicherheit, Leergewicht und Zuladung:
Anforderungen an den Wohnbereich hinsichtlich Gesundheit, Winterfestigkeit und Sicherheit: DIN EN 1646-1:2018-6 und die DIN EN 1646-2:2008-09 in Bezug auf Masse im fahrbereiten Zustand und Zuladung.

Trinkwasser:
Hier gilt die Trinkwasserverordnung der Bundesrepublik Deutschland.
Die Verordnung zur Novellierung der T-Verordnung vom 21.Mai 2001, ist seit 1.April 2009 ergänzt um die Trinkwasserverordnung für Klein und nicht ortsfeste Anlagen!


Stand 18.6.2020

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