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Diese Seite soll eine
Einführung zu Aufbau und Technik im Wohnmobil geben. Einzelheiten dazu
finden Sie in meinem
"ABC rund ums Wohnmobil", in dem die
Technik und Ausstattung im Einzelnen
ausführlicher erklärt sind.
Grundsätzlich gibt es drei
unterschiedliche Konzepte, um ein Wohn- bzw. Reisemobil aufzubauen.
- Der Ausbau eines
serienmäßigen Kastenwagen,
- der Aufbau von
Wohnkabinen auf serienmäßige Pick-Up, die sich absetzen lassen und
- die feste Montage eines
Aufbaus auf das Rohchassis eines Lieferwagens oder LKWs.
Ungeachtet des Konzeptes gibt
es auf jeden Fall Grenzen durch die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung in Form
von Höhe (max. 4m), Breite (max. 2,55m), Länge und technisch zulässiger
Gesamtmasse (zGM, kleiner/größer 3,5t).
Innerhalb dieses Rahmens
sollte die Aufbaukonstruktion eines Wohnmobiles folgende Grundbedürfnisse der
Nutzer zufrieden stellen:
- Komfortables und
sicheres Reisefahrzeug
- Ausreichend Wohnraum mit
bequemen Sitzgelegenheiten und Tisch, sodass man sich auch bei schlechtem
Wetter gerne darin aufhält,
- Ausreichend Schlafraum,
möglichst mit guten Matratzen und Lattenrost,
- Wasch- und
Duschmöglichkeit, genügend Frisch- und Abwasserkapazität, Toilette
- wintertaugliche Heizung,
eventuell Klimaanlage für den Sommer?,
- Küchenzeile mit Herd,
Spüle und Kühlschrank, eventuell erweiterter Küchenkomfort mit Backofen,
Mikrowelle, Dunstabzug und Kühl-Gefrierkombination und natürlich
- viel Stauraum
(Doppelboden, Heckgarage) für Urlaubsgepäck, Sportgeräte, etc.
Bei der Realisierung dieser
Wünsche kommt man sehr schnell an die zuvor erwähnten Grenzen (Länge, zulässiges
Gesamtgewicht, Fahrerlaubnis B oder C1).
Die Konstrukteure versuchen
diesen Spagat durch den Einsatz von leichteren Möbel, leichten Matratzen,
Einschränkungen bei Batterie, Gas, Frisch- und Abwasserkapazität und Verwendung
von vielen Kunststoffteilen und leider auch zunehmend durch die Verringerung der
Anzahl zugelassener Sitzplätze zu bewältigen.
Im Detail spielen dann Dinge
wie Tiefrahmenchassis, Doppelboden, Front- oder Heckantrieb, zulässige
Gesamtmasse und Alkoven- oder integrierter Aufbau und der gewünschte Grundriss
eine Rolle. All diese Begriffe und ihre Zusammenhänge versuche ich auf den
folgenden Seiten allgemeinverständlich zu erklären.
Das ABC bezieht
sich auf alle Wohn- oder Reisemobile, da die zugrunde liegende Technik
eigentlich überall die gleiche ist. Allerdings habe ich ausgebauten Vans und den
Luxusreisemobilen weniger Aufmerksamkeit gewidmet und für Expeditionsmobile
gelten natürlich wieder andere Gesichtspunkte.
Zum Schluss dieses
allgemeinen Überblicks möchte ich Ihnen drei wichtige Kernpunkte bei der Auswahl
ihres Wohnmobils ans Herz legen:
- Alles ist machbar, sie
sollen sich in Ihrem Wohnmobil wohl fühlen,
- Aber jede Medaille hat
zwei Seiten. Mit jedem Vorteil ist meist auch ein Nachteil verbunden,
betrachten Sie also bitte immer beide Seiten.
- Auf 12 – 20 m2
Fläche eines Wohnmobils lässt sich nun mal nicht der Komfort und die
Einrichtung einer 4-Zimmer Wohnung unterbringen.
Zur Technik lässt sich
folgendes zusammenfassend sagen:
Chassis:
Bei den Kastenwagen ist der
Chassishersteller leicht zu erkennen, bei den Vollintegrierten ist es erheblich
schwieriger. Anbei mal eine kleine Zusammenfassung der meist gewählten
Chassishersteller mit den wichtigsten Hauptmerkmalen:
- Citroen Jumper
baugleich zu Fiat Ducato/Multijet, auch Heavy-Fahrgestell
- Fiat Ducato/Multijet zGM bis 4,2t, Frontantrieb, Tiefrahmen, L-, H- & Maxichassis
- Ford
Transit zGM bis 3,8t, Front- Heck- oder Allradantrieb,
Zwillingsbereifung
- Iveco Daily
zGM 3,5t bis 6,4t, Heckantrieb, Zwillingsbereifung
- MB Sprinter I & II zGM bis 5t, Heck-
/ Allradantrieb, Zwillingsbereifung, Tiefrahmen
- Peugeot Boxer
baugleich zu Fiat Ducato/Multijet
- Renault Master
zGM bis 4,5t, Front- oder Heckantrieb, Zwillingsreifen
- VW T4,
T5 zGM bis 3,5t, Front-, oder Allradantrieb
- VW LT 28-55
zGM bis 5,6t, Heck- und Allradantrieb, Zwillingsbereifung
- VW Crafter (LT3) zGM
bis 4,6t, baugleich zu MB Sprinter, Vorgänger war LT2
Achslasten, Tiefrahmenchassis, Bodenfreiheit, Front- oder Heckantrieb,
Anhängerlasten, Luftfederung, Radstand, Reifengröße, Tandemachse, zulässige
Gesamtmasse und nicht zuletzt der Preis sind Punkte, die mit der Chassisauswahl
eng verbunden sind.
Achten Sie hier auch auf Feinheiten wie z.B. Kopffreiheit, Sichtfeld oder auch
dem seitlichen Abstand von Gas- und Bremspedal.
Aufbau:
Eines dieser Chassis ist vielleicht der Unterbau für den zukünftigen Aufbau. Der
Aufbau hat eine Bodenplatte, Seitenwände und ein Dach. Das alles wird entweder
mit Ringankerprofilen oder Schrauben miteinander verbunden und ist ein
selbsttragendes Gebilde. Die Außenhaut besteht dabei entweder aus
glasfaserverstärktem Kunststoff oder aus Aluminiumblech, die Isolierung aus
Styropor oder PU-Schaum. Fenster, Tür und Dachfenster sorgen für Licht und
Frischluft. Möbel, Bad, Toilette, Küchenzeile, Heizung, Kühlschrank, Licht und
Elektroversorgung vervollständigen die Einrichtung. Zusammen mit dem Chassis
haben sie nun ein Fahrzeug mit einem bestimmten Leergewicht.
Betriebsmittel wie Diesel, Wasser und Gas und das Gewicht der Personen, die auf
den eingetragenen Sitzplätzen Platz nehmen dürfen, ergeben die Masse im
fahrbereiten Zustand. Die Differenz zur technisch zulässigen Gesamtmasse ist
dann das mögliche Sonderzubehör wie Markise oder eine zweite Aufbaubatterie und
die Zuladung an Sportgeräten, Lebensmittel und sonstigen Dingen, die Sie so im
Urlaub benötigen.
Vergessen Sie bei der Euphorie über die große Heckgarage aber nicht die Frage,
wo Sie tagsüber das Bettzeug für die 5-köpfige Familie verstauen.
Der Grundriss, Alkoven, teil- oder vollintegriert, Stauraum und Heckgarage,
Doppelboden, Hub- oder Heckbett, Küchenzeile, Bad, Toilette und nicht zuletzt
die Ausstattung sind Merkmale der verschiedenen Aufbauarten und Hersteller.
Ob die Einstiegstüre hinten oder vorne liegt hängt vom Grundriss ab, viel
wichtiger ist allerdings die Türenbreite. Ein schultermäßig gut gebauter Mann
steigt bei einer Türrahmenbreite von 50cm nur mit seitlicher Körperdrehung ein.
Auf Messen fällt das nicht so sehr auf, wenn man aber ein Tablett oder den
heißen Spagettitopf durchjonglieren muss sieht es anders aus.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Kombination Sitzkonsole/Drehteller/Sitz in
Verbindung mit einem Alkovenaufbau bzw. des oberen Fensterrandes. Hier kann es
für große Fahrer beim Sichtfeld oder der Kopffreiheit schon mal eng werden.
Elektrik:
Das Chassis hat eine Batterie zum Start- und Betrieb des Fahrzeuges. (der
Verständlichkeit halber verwende ich hier und im Rest des ABCs diesen allgemein
gebräuchlichen Ausdruck, richtig ist allerdings der Begriff „Akkumulator“). Die
elektrische Versorgung des Aufbaus erfolgt über eine (oder zwei) zusätzliche
Batterie(n). Während der Fahrt werden alle Batterien miteinander verbunden und
über die Lichtmaschine geladen.
Bei stehendem Motor sind Start- und Aufbaubatterie getrennt, die Aufbaubatterie
kann dann über das eingebaute 230V Ladegerät oder ein zusätzliches Solarpanel
geladen werden.
Das Ladegerät und/oder die Aufbaubatterie versorgen dann über Sicherungen und
Schalter die angeschlossenen 12V Verbraucher wie Licht, Wasserpumpe, Heizung,
Kompressor-kühlschrank oder Sat/TV.
Möchte man zusätzlich auch 230V-Geräte wie z.B. Kaffeemaschine oder Fön
betreiben, muss man entweder eine 230V Zuleitung (Campingplatz) anschließen oder
einen 12V zu 230V Wechselrichter benutzen.
Genügend Strom ist eine Grundvoraussetzung für autarkes Stehen. Dieser Strom
wird in der Aufbaubatterie gespeichert. Entnommener Strom muss durch Ladung
mittels Lichtmaschine, 230V Ladegerät oder Solarpanel ersetzt werden.
Entscheidend für autarkes Stehen ist deshalb auf der einen Seite die
Batteriekapazität (Ampere/Stunde) und die Ladekapazität von Lichtmaschine und
Solarpanel.
Gasversorgung:
Zum Kochen und meist auch zum Heizen und Kühlen wird in Wohnmobilen Camping-
oder Heizgas verwendet. Das Gas wird in „Tauschflaschen“ erworben, die
Tauschflaschen werden dann in einem Gasflaschenkasten untergebracht. Die
Gasflaschen haben, abhängig von der Außentemperatur, einen Druck von ca.
5-14Bar. Dieser Druck ist für die Gasgeräte zu hoch, deshalb wird er über ein
Druckminderventil auf 30mBar reduziert. Mit verschiedenen Zusatzgeräten kann man
z.B. zwischen zwei Gasflaschen unterbrechungsfrei umschalten oder die Gaszufuhr
schaltet sich bei einem Unfall selbstständig komplett ab.
Die einzelnen Verbraucher, Absorberkühlschrank, Herd, Backofen, Heizung,
Warmwasser-boiler, werden über Absperrventile an die Gasleitung angeschlossen.
Eingebaute Zünd-sicherungen in den Geräten sperren den Gasaustritt wenn die
Flamme erlischt.
Heizungssystem:
Die Heizung in Wohnmobilen ist entweder eine Truma Warmluft- oder eine Alde
Warmwasserheizung. Bei beiden Typen wird das Medium (Luft oder Wasser) mit
Heizgas oder Treibstoff erwärmt und mittels Gebläse und Umluftrohre oder
Umwälzpumpe und Rohrleitungen mit Konvektoren an den Innenraum abgegeben. Die
Temperaturregelung erfolgt per Vorwahl und Raumtemperaturfühler.
Heizungstechnisch ist bei Alkovenmodellen der Alkoven ein kritischer Punkt, bei
Teil- oder vollintegrierten Aufbauten ist es der großzügig verglaste
Frontbereich, in dem sich oft auch das Hubbett befindet. Hier muss man ggf. mit
einer Zusatzheizung nachhelfen.
Bei Warmluftheizungen ist es möglich, auch den Abwassertank mit Warmluft zu
umfluten, um die Frostgefahr zu vermindern. Bei Warmwasserheizungen kann man
über einen Wärmetauscher während der Fahrt auch die Chassisheizung für die Wärme
im Aufbau mit einbinden.
Küche:
Das Kochen von Mahlzeiten erfolgt auf einem meist gasbetriebenen Herd mit
offener Flamme oder abgedeckt mit einem Ceranfeld. Diesel- oder
petroleumbetriebene Herde werden nur in Expeditionsmobilen oder auf Booten
verwendet. Gasbetriebene Backöfen und Grill gehören zur gehobenen Ausstattung.
Zum Lagern der Lebensmittel dienen Kühl- und Gefriersysteme verschiedenster
Größen. Meist handelt es sich um gasbetriebene Absorbergeräte, aber auch
strombetriebene Kompressorkühlschränke gehören zu den Ausstattungsvarianten.
Luxuriös wird es dann mit zusätzlicher Ausstattung wie Dunstabzugshaube mit
Außenkamin, Mikrowelle oder Spülmaschine. Der Anschluss an „Landstrom“ ist dann
aber zwingend notwendig.
Für Vans gibt es inzwischen raumsparende, aus dem Fahrzeug herausschwenkbare,
Küchenblocks.
Toilette, Dusche, Bad:
Dusche und Wasserhahnen sind inzwischen meist Haushaltsarmaturen und werden über
einen zentralen Wassertank versorgt.
Die Toilette ist nach unten mit einem Schieber verschlossen und entleert sich
meist in eine wechselbaren Fäkalienkassette oder, bei größeren Fahrzeugen, in
einen fest eingebauten Fäkalientank. Natürlich gibt es WC und Waschbecken auch
in Keramikausführung, aber diese Variante geht mit deutlich höherem Gewicht dann
zu Lasten der Zuladung.
Das Spülwasser wird entweder dem zentralen Wassertank, einem in der Toilette
integrierten Spülwassertank oder bei sehr großen Wohnmobilen (Zuladung) einem
separat installierten Spülwassertank entnommen.
Bad, Dusche und Toilette gibt es als gemeinsamen Raum oder als Variante mit
einer Trenntüre bzw. Klappwand zwischen Bad/Dusche und Toilette als „Variobad“.
Angeboten werden auch sogenannte „Raumsparbäder“, hier wird zum Duschen das
Waschbecken über die Toilette geklappt. Vor der nächsten Badbenutzung sollte
aber der Raum getrocknet werden, sonst gibt es nasse Kleider.
Wichtiges Kriterium für die richtige Wahl sollten hier nicht Design sondern eher
Körpergröße und Umfang der Nutzer sein. Was für eine 60kg Person als Grundfläche
annehmbar, ist führt bei einer 120kg Person zu blauen Flecken beim Föhnen.
Wasserversorgung:
Das Frischwasser einer Zapfstelle wird über einen Füllschlauch entweder in einem
zentralen Wassertank oder in Kanister eingefüllt und im Bedarfsfall dann mit
einer Pumpe zu den Hahnen in Küche, Bad, Dusche und Toilette gefördert.
Für Wohnmobilnutzer mit Kleinkindern und/oder Hunden empfiehlt sich für eine
stressfreie „Einstiegsreinigung“ außerdem noch eine Außendusche.
Bei der Pumpe handelt es sich entweder um eine Tauch-, oder um eine extern
montierte Membranpumpe.
Die Spülung der Toilette ist entweder an die zentrale Wasserversorgung
angeschlossen oder hat einen separaten Spülwassertank. Das Wassersystem sollte
sauber und keimfrei gehalten werden.
Mit Hilfe eines Boilers (integriert in die Heizung oder separat) kann man das
Wasser auf ca. 60° Celsius erhitzen und über Mischventile auf die gewünschte
Dusch- oder Spültemperatur senken.
Das Abwasser aus Bad, Dusche und Küche fließt über Waschbecken und
Geruchsverschlüsse in den Abwassertank und kann aus diesem über einen
Abwasserhahn entsorgt werden. Sowohl Frisch- als auch Abwassertank sollte man
frostfrei halten, bei Frostgefahr wird der Warmwasserboiler über ein
automatisches Frostschutzventil zwangsentleert.
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