|

Diese Seite befasst sich mit
der Stromversorgung im Wohnmobil. Die Beschreibung ist für die allgemeine
Verständlichkeit vereinfacht dargestellt. Mehr zu diesem "spannenden" Thema
finden Sie in meinem
"ABC rund ums Wohnmobil", in dem die einzelnen
Themen ausführlicher erklärt sind.
Stromversorgung durch Lichtmaschine, Ladegerät,
Solaranlage
Stromverbrauch, Sommer/Winter, Anschlusswerte
Wechselrichter
Bordnetz und Batterieladung mit Motor, Landstrom und B2B-Lader
Stromversorgung:
Die Stromversorgung im
Wohnmobil erfolgt auf mehrere Arten, über deren Vorteile und Nachteile man
stundenlang diskutieren kann. Über eines braucht man allerdings nicht zu
diskutieren und das ist die Notwendigkeit.
Zuerst einmal die technischen Möglichkeiten:
Im Fahrbetrieb versorgt die
Lichtmaschine
des Basisfahrzeuges die Bordelektronik mit ca. 12 - 14,1V-Spannung und lädt sowohl die
Starterbatterie als auch die Aufbaubatterie(n). Wird der Motor abgeschaltet,
trennt ein Trennrelais die Aufbaubatterie(n) vom Bordnetz des Chassis, um eine
Entladung der Starterbatterie durch die Aufbauelektrik zu verhindern.
Im folgenden Diagramm habe ich die Lichtmaschinenspannung während einer 4-stündigen Urlaubsfahrt aufgezeichnet.
Achtung: Alle Messwerte beziehen sich auf mein Fahrzeug und sind nicht so
ohne weiteres auf andere Chassishersteller zu übertragen.

Das Diagramm zeigt erstens die Spannungsschwankungen im Bordnetz zwischen
11,7V und 14,36V. Bei der gelieferten Maximalspannung von 14,36V werden die
Batterien zu ca. 85%ihrer Kapazität aufgeladen. Je nach Batterietyp wären für
eine 100% Ladung eine Spannung bis 14.8V und eine zeitgesteuerte Ladung
(I/UoU Kennlinie) notwendig, welche
ein Lichtmaschinenregler aber nicht leisten kann und soll.
Hier lässt sich die Versorgung wie folgt
optimieren:
- Serienmäßigen
Laderegler gegen einen
Hochleistungsregler (B2B,
HPR Regler ) austauschen oder
ergänzten und damit die Ladespannung auf 14,6V zu erhöhen und die Batterieladung mit
Hilfe einer I/UoU
Kennlinie
zu optimieren.
Im
Standbetrieb gibt es für die Versorgung
mehrere Möglichkeiten:
-
Externen 230V-Anschluss. Über einen
FI-Sicherungsschalter wird das
Ladegerät
des Aufbaus an "Landstrom" (230V) angeschlossen, das über seinen 12V Ausgang die anderen Verbraucher des Aufbaus versorgt
und die Aufbaubatterie lädt.
Ein modernes Ladegerät, auch EBL oder EVS genannt, richtet die 230V
Wechselspannung gleich und gewinnt daraus typspezifisch eine 14V Bordspannung
mit ca. 12 - 20A Ladestrom für die
Aufbaubatterien. Eine eingebaute Elektronik regelt die Ladespannung für die
Batterie nach einer an den Batterietyp angepassten I/UoU
Kennlinie. Die übrigen Verbraucher sind über Sicherungen an die Batterie
angeschlossen. Fällt die 230V Versorgung aus oder wird diese ausgeschaltet
werden die Verbraucher mit der in der Batterie gespeicherten Stromkapazität
versorgt.
Noch ein kleiner Hinweis: Die wenigsten Ladegeräte laden zusätzlich die
Startbatterien. Sollte es dennoch der Fall sein, handelt es sich nicht um eine
Vollladung sondern nur um eine Erhaltungsladung (0,7-2A) mit den Ladeparametern der
Aufbaubatterie.
Im folgenden Diagramm möchte ich darstellen, wie sich die 12V Spannung an der
Batterie während des Ein- oder Abschaltens von Verbrauchern, dem Anschluss von
"Landstrom" und dem Zuschalten einer Solaranlage verhält.

Wichtig ist, dass die Batteriespannung frühestens 1 Stunde nach Beendigung
der Lade/Entladephase gemessen wird. Solange braucht eine Batterie mindestens
bis sich die chem. Prozesse beruhigt haben. Interessant ist, dass der verwendete
Solarregler eine Ladespannung bis 14,8V liefert und damit eine Vollladung der
Batterie erreicht wird.
- Eine
Solaranlage,
die Strom aus Sonnenlicht gewinnt und diesen in das 12V-Netz des Aufbaus
einspeist.
Zuerst eine grundsätzliche Anmerkung: Fast alle Aussagen und Werte zu
Solaranlagen und deren Regler leiten sich aus
Solarstrom-Netzeinspeisungsanlagen für Gebäude ab, die in Größenordungen von Kilo- bzw.
Megawatt
arbeiten. Die Ableitung daraus auf Wohnmobil-Solaranlagen mit 100-200Wp,
meist flacher Montage und ohne Wechselrichter ist mit Vorsicht zu genießen.
Achtung: Alle Messwerte beziehen sich auf meine Konfiguration und sind nicht so
ohne weiteres auf andere Solarmodulhersteller zu übertragen.

Rechnet man den Strom mit ca. 6h bei gleichen Wetterbedingungen hoch und teilt die Gesamtmenge
von 255Ah durch die Messtage erhält man für März/April mit einem 85Wp Panel
einen durchschnittlichen Ertrag von 11,5Ah pro Tag
Hinweis:
Ich habe hier absichtlich nicht um 12Uhr mittags und im Hochsommer gemessen und
nur mit 6 Stunden Einstrahldauer gerechnet um einen, meiner Meinung nach,
realistischen Wert für die Planung der Größe und des Ertrags zu erhalten.
Und wieder der Hinweis: Die
wenigsten Solarregler laden zusätzlich die Startbatterien. Sollten sie einen
2. Ladeausgang haben, handelt es sich nicht um eine Vollladung sondern nur um
eine Erhaltungsladung (0,7-2A) mit den Ladeparametern der Aufbaubatterie. Möchte man
auch die
Startbatterie mit vollem Ladestrom aus dem Solarpanel versorgen, muss man einen
Umschalter Aufbau/Start Batt. im Ausgang der Ladeleitung installieren.
Die größten Variablen für den Ertrag sind der Montagewinkel, die Modultemperatur und mögliche
Teilabschattungen.
Den besten Ertrag erreicht man mit einem Aufstellwinkel von
30° und einer Ausrichtung der Solarfläche zur Sonne. Beide Bedingungen sind bei
einem Wohnmobil in der Praxis kaum umsetzbar.
Ein weiterer Punkt ist die Temperatur des Solarmoduls. Das Halbleitermaterial
Silizium ist temperaturabhängig, je kälter desto größer der Ausgangsstrom.
Teilabschattungen des Solarpanel werden durch ungünstigen Montageort
(hinter aufgestellter Sat-Antenne, hinter Alkoven) und/oder durch einen ungünstigen Standplatz
(Bäume, Gebäude) hervorgerufen.
Im Folgenden ist der Effekt der Teilabdeckung/Teilabschattung anhand der Stromkurve
dargestellt. Es wurden jeweils 25% der 36 Solarzellen abgedeckt bzw.
abgeschattet. Die Abdeckung/Abschattung
erfolgte längs als auch quer an verschiedenen Positionen des Solarpanel.

Man sieht dass der Ertrag von 4,5A auf 11% der Leistung, nämlich 0,48A absinkt,
wenn 25% der Panelfläche abgedeckt/abgeschattet sind. Die Messung erfolgte mit
einer direkten Abdeckung der Zellen als auch mit einer Abschattung durch einen
Karton in 1m Höhe. Das Ergebnis wurde dadurch nicht beeinflusst und es zeigt, dass die Ertragsminderung
nicht proportional zu Abschattung ist sondern weitaus höher.
- Ein
externer 230V-Generator
(Moppel), der über einen Verbrennungsmotor angetrieben wird und eine
Spannung von 230V~ erzeugt, die über den externen 230V Eingang eingespeist
wird. Hier sollte man des lieben Friedens willen dringend zwei Dinge
beachten, nämlich den Geräuschpegel des Motors (vor allem nachts) und die
Belästigung durch die Abgase.
- Die Bereitstellung
einer 12V-Versorgung durch die neue Technologie der
Brennstoffzellen.
Hier wird mit Hilfe eines Brennstoffes (meistens Methanol) geräusch- und
abgasfrei eine 12V Spannung zur Ladung der Aufbaubatterien zur Verfügung
gestellt.
- Seit neuestem gibt
es auch so genannte Hybridanlagen, bei denen Solarpanel und Brennstoffzelle
über einen Laderegler miteinander kombiniert werden und so ihre Vorteile
vereinigen.
Weiter Informationen
über Batterien, Ladegeräte, Solaranlagen oder Wechselrichter erhalten Sie in
meinem ABC
rund ums Wohnmobil in dem diese Dinge, und noch viele
andere mehr, leicht verständlich erklärt werden.
Was man braucht oder
für notwendig hält, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Als kleine
Hilfe zur Entscheidungsfindung kurz ein paar Punkte zu Hochleistungsladeregler,
Solaranlage und Stromgenerator:
- Wer viel fährt und
wenig steht, ist mit einem
Hochleistungsladeregler gut
beraten, denn man hat schon nach relativ kurzer Fahrt die Batterien voll und
steht ja nicht lange.
- Wer im Sommer
lange autark (in der Sonne!!) steht, ist mit einer
Solaranlage bestimmt besser
bedient, denn die Batterien werden im Stand geladen. Steht das Wohnmobil
auch in der Winterpause im Freien, braucht man sich über Entladung der
Start/Aufbaubatterien keine Sorgen zu machen, solange das Solarmodul nicht
anhaltend mit Schnee bedeckt ist.
- Wer im Winter
lange (mehr als 2 – 3 Tage) steht und nicht fährt, wird einen
Stromgenerator bzw. eine
Brennstoffzelle schätzen, da hier
weder der Hochleistungsregler noch die Solaranlage viel zur positiven
Energiebilanz beitragen.
- Sowohl beim
Hochleistungsladeregler als auch bei der Solaranlage nutzt aber die
zusätzliche Stromerzeugung gar nichts, wenn der erzeugte Strom nicht
gespeichert werden kann und das bedeutet „ausreichend
Batteriekapazität“. Diese
wiederum hängt von den höchst individuellen Lebensgewohnheiten und dem
elektrischen Zubehör ab. Eine Beispielrechnung finden Sie unter dem Thema
Stromverbrauch.
Stromverbrauch:
Er ist eine wichtige Bemessungsgrundlage für die
Auslegung des gesamten elektrischen Bordnetzes.
Er ist immer individuell und hängt außerdem von
der Jahreszeit ab. Große Stromverbraucher sind u.a.: Kompressorkühlschrank,
Klimaanlage für den Aufbau, Fön, Mikrowelle, Toaster oder Kaffeemaschine und
auch das Gebläse der Gasheizung bzw. die Wasserumwälzung in der
Warmwasserheizung
Kleinere
Stromverbraucher sind: Licht, Radio, TV, Sat-Anlage und Wasserpumpen.
Hat man eine externe
230V-Versorgung kann einem der Stromverbrauch relativ egal sein.
Steht man aber irgendwo
autark und nimmt das Bordnetz in Anspruch, wird das Thema richtig interessant.
Gehen Sie als Beispiel mal davon aus, dass Ihre Aufbau-Batterie mit einer
Kapazität von 100Ah zu 80% geladen ist (mit serienmäßigem Laderegler während der
Fahrt) und dass Sie diese aus Gründen der Lebensdauer höchstens auf 25% der
Nennkapazität, keinesfalls aber unter 10,5V entladen können, dann stehen Ihnen
ca. 55Ah netto zur Verfügung.
Wieder mal ein
Rechenbeispiel an zwei Situationen:
Sommer,
hell von 6 - 22 Uhr, keine Heizung, Radio oder Fernsehsehen ca. 2h,
Hier ist der Verbrauch
gering, ein bisschen Wasserpumpe, Fernseh/Sat-Receiver, ergibt ca. 10 Ah
Verbrauch bei einer Einschaltdauer von 2 Stunden.
Ohne Ladung ist eine
Standzeit von 5 Tagen möglich.
Winter,
hell von 9 - 18 Uhr, Heizungsgebläse, Radio/Fernseher ca. 2h, Leselicht ca. 2h
Und, nicht zu vergessen, die Batteriekapazität schwächelt eh bei
Kälte!
Hier schlägt der Verbrauchsteufel richtig zu:
Heizungsgebläse 24h x 0,5Ah = 12Ah
Fernseher/Sat Receiver
ca. 10Ah, Licht über 4h, 4 Halogenleuchten à 10W = 13Ah ergibt ca. 35Ah
Kapazitätsverbrauch.
Ohne Ladung ist eine
Standzeit von 1 - 2 Tagen möglich.
Für die
„230V-Großverbraucher“ benötigen Sie einen
Wechselrichter, der Ihnen die
Wechselstromleistung zur Verfügung stellt.
Als Beispiel: Die
allseits so beliebte Senseo Kaffeemaschine hat eine Anschlussleistung von ca.
1500W. Schlägt man auf diese Leistung noch 15% Verlust im Wechselrichter auf, so
werden aus der Batterie rund 144A entnommen. Brüht die Kaffeemaschine 3 Tassen
in ca. 3 Min, so benötigt sie dafür ca. 7,2Ah. Die Nettokapazität der
Beispielbatterie reicht also für ca. 20 Tassen Kaffee, mit Licht und TV müssen
Sie dann aber schon sparsam umgehen.
Diese Aufstellung soll Ihnen
einen Überblick über die Stromaufnahme verschiedener Geräte bei einer
230V-Versorgung oder bei einer 12V-Versorgung aus der Batterie bei geben.
Die Betriebsdauer ist eine
Annahme und soll als Richtwert für die benötigte Batteriekapazität dienen.
|
Anschlusswerte |
Leistung
In Watt |
Strom
bei 230V |
Strom
bei 12V |
Ø
Betriebs-dauer |
|
|
|
|
|
|
|
Ruhestrom Chassis (Startbatt) |
1,2W |
|
0,1A |
24h |
|
Eis Ex für
Gasregler (pro Regler) |
2/4W |
|
0,2-0,4A |
24h/Winter |
|
Gasfernschalter für
Truma |
0,5W |
|
0,04A |
24h/Winter |
|
Boiler Ventil
Notentleerung |
0,25W |
|
0,02A |
24h |
|
Gas-Umluftheizung,
Gebläse |
15W |
|
Ø 1,3A |
24h/Winter |
|
Gebläse
Alkovenheizung/Entlüftung |
3/6W |
|
0,23/0,5A |
12h/Winter |
|
Warmwasserheizung,
Gebläse, Umwälzpumpe |
36W |
|
1-3A |
24h/Winter |
|
Webasto
Zusatzheizung |
70W |
|
5-6A |
12h/Winter |
|
Fahrzeug-Gebläse
für Webasto |
120W |
|
10A |
2h/Winter |
|
Absorberkühlschrank, Gasbetrieb |
|
|
|
24h |
|
Absorberkühlschrank, nur AES Elektr. |
6W |
|
0,5A |
24h |
|
Absorberkühlschrank, Rahmenheizung |
3,6W |
|
0,3A |
24h |
|
Absorberkühlschrank, 12V Betrieb |
130W |
|
10 – 1A |
24h |
|
Kompressorkühlschrank, 12V Betrieb |
50W |
|
Ø 1 – 3A |
24h |
|
Kühlbox, 35l,
Kompressor |
45W |
|
3-4A |
24h |
|
Herd Ceran, Gas
(Ventilator) |
17W |
|
1,4A |
1h/Tag |
|
Herd, Diesel
(Ventilator, Pumpe) |
24W |
|
1,5A |
1h/Tag |
|
Klimaanlage Aufbau |
800-1500 |
3,5 – 8A |
66 – 125A |
3h/Sommer |
|
Heizlüfter Aufbau |
1200-2200 |
5,2 – 9,5A |
|
6h/Winter |
|
Wasserpumpe |
48W |
|
4A |
0,5h/Tag |
|
Toaster |
800-1400 |
3,5 – 6,5A |
66 – 116A |
10Min/Tag |
|
Microwelle |
1000-1800 |
4,3 – 7,8A |
83 – 150A |
20Min/Tag |
|
Kaffeemaschine |
1400-1600 |
6 – 7A |
116 – 133A |
10Min/Tag |
|
Geschirrspüler |
650W |
2,8A |
54A |
20Min/Tag |
|
Fön |
1600-2500 |
7 – 11A |
133 – 208A |
10Min/Tag |
|
Beleuchtung 20x10W
Halogen |
200W |
|
16A |
5h/Winter |
|
Beleuchtung 20x≈10W
LED |
80W |
|
7A |
5h/Winter |
|
Notebook (ohne
Accu-Ladung) |
80-100W |
|
4,5 - 5A |
3h |
|
Rückfahrkamera, mit
Heiz, Abdeck. |
2,4W |
|
0,2A |
|
|
TV und Sat/DVB-T
Receiver |
40-60W |
|
3 - 5A |
3h/Tag |
|
Autom. Sat Antenne,
Suche |
36W |
|
2 - 4A |
4Min/Tag |
|
Autom. Sat Antenne,
Betrieb |
3,6W |
|
0,3A |
4h/tag |
Hinweis:
Anhand der durchschnittlichen Betriebsdauer und der Stromentnahme können sie
sich die Belastung der Batterie in Amperestunden selbst ausrechnen.
Die technologiebedingten
Verluste bei der Spannungsumformung durch einen Wechselrichter von ca. 20% sind
in der obigen Tabelle nicht berücksichtigt.
Wechselrichter 12V Gleichstrom auf 230V Wechselstrom
Dient der Umformung von 12V=
(Bordnetz) auf 230V~ und ist manchmal unumgänglich. Man sollte aber nicht zu
viel erwarten. Die erzeugte Spannung ist bei den kostengünstigen Lösungen keine
saubere Sinusspannung sondern ein so genannter „modifizierter Sinus“ (trapez
oder rechteckförmig) und manches getaktetes Netzteil hat mit dieser Spannungs-
bzw. Frequenzqualität (Oberwellen, Flankensteilheit) seine liebe Not. Aber für
den Anschluss von Wasserkocher, Fön, Lampen, Lötkolben oder Elektrowerkzeugen
ist er durchaus geeignet.
Für die Versorgung von Notebooks, LCD-TV / SAT-Anlagen oder aller Art von
„getakteten Netzteilen“ (ohne Trafo und mit Thyristoren) sollte es ein echter
Sinuswandler sein. Nur dessen saubere Sinus-Wellenform sichert einen
störungsfreien Betrieb dieser Geräte.
Eine saubere Sinuskurve
sollte so aussehen:

Leider sehen die
"modifizierten Sinusspannungen" am Ausgang vieler Wechselrichter aber so aus:
oder noch schlimmer, nämlich so:
 
Dass mit diesen Wellenformen
etliche Verbraucher ihre Probleme bekommen braucht niemanden zu wundern.
Beim Anschluss über eine 12V
Normdose beträgt die maximale Anschlussleistung ca. 150/180 Watt. Die
Zigarettenanzünderdosen sind für einen WR ungeeignet, da sie den Stecker nicht
fixieren!!.
Festangeschlossene Geräte gibt es für den
Bereich von 200 bis 2000W.
Aber Achtung: bei einer Ausgangsleistung von 1300W fließt bereits ein
Batteriestrom von ca. 125A (Wirkungsgrad 90%). Der WR muss direkt, mit kürzester
Verbindung und genügend dickem Kabel an die Batterien angeschlossen werden.
Außerdem sollte man auch die Batterien auf eine genügend hohe Kapazität ausbauen
und dabei die Gel-Technik meiden. Die Batterielebensdauer verkürzt sich enorm
wenn bei einer C20-Batterie 125A aus einer Kapazität von 200Ah gezogen werden.
Bitte beachten Sie auch, dass
selbst moderne Wechselrichter nur einen Wirkungsgrad von max. ca. 90% haben,
d.h. wenn sie 800W Leistung für den 230V-Verbraucher benötigen, müssen Sie der
Batterie ca. 880W entnehmen. Die Differenz wärmt ihr Wohnmobil. Der Wirkungsgrad
ist außerdem stark abhängig von der abgeforderten Leistung, auf gut deutsch kann
bei einem 800W Wechselrichter und einer entnommenen Leistung von nur 100W, der
Wirkungsgrad produktspezifisch auf nur 70% sinken. Der beste Wirkungsgrad wird
im Betrieb bei ca. 60-80% der Dauernennleistung erreicht. Genaueres muss man
typspezifisch den Geräte-Kennlinien entnehmen.
(PS: es ist wie beim
Automotor und „dem besten Drehmoment“, also eine Frage der Kennlinie.
Achtung:
Der 230V-Ausgang eines Wechselrichters darf nicht auf die normalen Steckdosen
des 230V-Landstromnetzes geschaltet werden. Möchte man dieses aus verschiedenen
Gründen realisieren, benötigt man einen „Netzvorrangsschalter“ der bei Anschluss
von Landstrom den WR komplett abschaltet. Auch der Anschluss des
230V-Kühlschrank, des FI-Schutzschalters, der CEE-Anschlussdose und des
12V-Ladegerätes sind zu klären wenn man den WR über die vorhandene 230V-Kabelinstallation
betreiben will.
Bordnetz und Batterieladung im Wohnmobil
Diese Blockschaltbilder sollen die Batterieladung durch
verschiedene Ladequellen aufzeigen.
Motor aus & Landstrom/Solarstrom liegt an:
Das eingebaute Ladegerät /EBL wird über die Außensteckdose und über den
FI-Schutzschalter mit 230V aus dem Netz oder dem Notstromgenerator versorgt.
Da der Motor nicht läuft wird kein Signal auf der Steuerleitung D+ erzeugt, das
Trennrelais für den Aufbau ist deshalb geöffnet. Damit wird verhindert, dass
Wohnraum- und Starterbatterie zusammengeschaltet sind und die Starterbatterie
entladen werden kann.
Das Ladegerät/EBL lädt die Wohnraum-/Zusatzbatterie mit einer IUoU-Kennlinie die
sicherstellt dass die Batterien schonend vollgeladen werden.
Bei einigen Ladegeräten/EBL
wird über eine separate Ladeleitung auch die Starterbatterie im Modus
„Erhaltungsladung“ geladen.
Entfällt die 230V Außeneinspeisung, so übernimmt die Solaranlage oder eine
Brennstoffzelle mit ihren Laderegler die schonende Ladung der Batterien nach
einer IUoU-Kennlinie.

Motor läuft: Der serienmäßige
Chassis-Laderegler steuert die Spannung der Lichtmaschine zwischen 13,8V und 14,1V und lädt
damit unter anderem die Starterbatterie.
Gleichzeitig wird auf der Leitung D+ ein Steuersignal erzeugt, das das
Trennrelais Aufbau schließt. Damit ist auch die Wohnraumbatterie an die
Lichtmaschine angeschlossen.
Da ein Chassis-Laderegler nur eine LiMa-Spannung von max. 14,1V zum Schutz vor
einer „Batteriegasung“ zulässt, werden die angeschlossenen Batterien maximal
zu 80% geladen.
Die Landstromeinspeisung ist (hoffentlich) abgetrennt,
eventuell gibt es bei Sonneneinstrahlung noch eine zusätzliche Ladung aus dem
Solarpanel.

Motor läuft
und ein B2B Lader ist installiert: Der
Laderegler steuert die Spannung der Lichtmaschine zwischen 13,8V und 14,1V und lädt
damit die Starterbatterie.
Der B2B-Lader erhöht diese Spannung auf bis zu 14,8V und erzeugt damit eine I/UoU
kennlinienkonforme Ladespannung für die Aufbaubatterie(n)
Da die Ladespannung jetzt bis 14,8V geht wird die Batterie zu 100% geladen.
Damit die Regelung des B2B-Laders nicht durch die Ladespannung des Solarreglers
irritiert wird, wird dieser mit Hilfe eines Trennrelais von den Batterien
getrennt wenn der Motor läuft.

|