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Und zur Vertiefung, man kann ja nicht alles auf einer Seite erklären:
 
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"ABC rund ums Wohnmobil"
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Einführung, - Strom,  Spannung Wechselrichter,  Internet

Diese Seite befasst sich mit der Stromversorgung im Wohnmobil. Die Beschreibung ist für die allgemeine Verständlichkeit vereinfacht dargestellt. Mehr zu diesem "spannenden" Thema finden Sie in meinem "ABC rund ums Wohnmobil", in dem die einzelnen Themen ausführlicher erklärt sind.

Bitte beachten Sie, dass bei Arbeiten an der 12V und 230V Anlage die notwendigen Fachkenntnisse vorhanden sind. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an einen ausgewiesenen Elektroinstallateur.

Stromversorgung durch Lichtmaschine, Ladegerät, Solaranlage

Stromverbrauch, Sommer/Winter, Anschlusswerte

Wechselrichter

Internet im Wohnmobil

Notwendige Hintergrundinformationen zur Elektrik

Bordnetz und Batterieladung mit Motor, Landstrom und B2B-Lader

Steuerung für Ausfahrtreppen


Stromversorgung:
Die Stromversorgung im Wohnmobil erfolgt auf mehrere Arten, über deren Vorteile und Nachteile man stundenlang diskutieren kann. Über eines braucht man allerdings nicht zu diskutieren und das ist die Notwendigkeit.

Zuerst einmal die technischen Möglichkeiten:
Im Fahrbetrieb versorgt die
Lichtmaschine des Basisfahrzeuges die Bordelektronik mit ca. 13 - 14,1V-Spannung und lädt sowohl die Starterbatterie als auch die Aufbaubatterie(n). Wird der Motor abgeschaltet, trennt ein Trennrelais die Aufbaubatterie(n) vom Bordnetz des Chassis, um eine Entladung der Starterbatterie durch die Aufbauelektrik zu verhindern.
Im folgenden Diagramm habe ich die Lichtmaschinenspannung während einer 4-stündigen Urlaubsfahrt aufgezeichnet.
Achtung: Alle Messwerte beziehen sich auf mein Fahrzeug und sind nicht so ohne weiteres auf andere Chassishersteller zu übertragen.

Das Diagramm zeigt erstens die Spannungsschwankungen im Bordnetz zwischen 11,7V und 14,36V. Bei der gelieferten Maximalspannung von 14,36V werden die Batterien zu ca. 85%ihrer Kapazität aufgeladen. Je nach Batterietyp wären für eine 100% Ladung eine Spannung bis 14.8V und eine zeitgesteuerte Ladung (I/UoU Kennlinie) notwendig, welche ein Lichtmaschinenregler aber nicht leisten kann und soll.

Hier lässt sich die Versorgung wie folgt optimieren:

  • Serienmäßigen Laderegler gegen einen Hochleistungsregler (B2B, HPR Regler ) austauschen oder ergänzten und damit die Ladespannung auf 14,6V zu erhöhen und die Batterieladung mit Hilfe einer I/UoU Kennlinie zu optimieren.
     


Im Standbetrieb gibt es für die Versorgung mehrere Möglichkeiten:

  • Externen 230V-Anschluss. Über einen FI/RCD Schutzschalter wird das Ladegerät des Aufbaus an "Landstrom" (230V) angeschlossen, das über seinen 12V Ausgang die    anderen Verbraucher des Aufbaus versorgt und die Aufbaubatterie lädt.

Ein modernes Ladegerät, auch EBL oder EVS genannt, richtet die 230V Wechselspannung gleich und gewinnt daraus typspezifisch ca. 14-15V Ladespannung mit ca. 12 - 20A Ladestrom für die Aufbaubatterien. Eine eingebaute Elektronik regelt die Ladespannung für die Batterie nach einer an den Batterietyp angepassten I/UoU Kennlinie. Die übrigen Verbraucher sind über Sicherungen an die Batterie angeschlossen. Fällt die 230V Versorgung aus oder wird diese ausgeschaltet werden die Verbraucher mit der in der Batterie gespeicherten Stromkapazität versorgt.
Noch ein kleiner Hinweis: Die wenigsten Ladegeräte laden zusätzlich die Startbatterien. Sollte es dennoch der Fall sein, handelt es sich nicht um eine Vollladung sondern nur um eine Erhaltungsladung (0,7-2A) mit den Ladeparametern der Aufbaubatterie.

Im folgenden Diagramm möchte ich darstellen, wie sich die 12V Spannung an der Batterie während des Ein- oder Abschaltens von Verbrauchern, dem Anschluss von "Landstrom" und dem Zuschalten einer Solaranlage verhält.

Wichtig ist, dass die Batteriespannung frühestens 1 Stunde nach Beendigung der Lade/Entladephase gemessen wird. Solange braucht eine Batterie mindestens bis sich die chem. Prozesse beruhigt haben. Interessant ist, dass der verwendete Solarregler eine Ladespannung bis 14,8V liefert und damit eine Vollladung der Batterie erreicht wird.


  • Eine Solaranlage, die Strom aus Sonnenlicht gewinnt und diesen in das 12V-Netz des Aufbaus einspeist.
    Zuerst eine grundsätzliche Anmerkung: Fast alle Aussagen und Werte zu Solaranlagen und deren Regler leiten sich aus Solarstrom-Netzeinspeisungsanlagen für Gebäude ab, die in Größenordungen von Kilo- bzw. Megawatt arbeiten. Die Ableitung daraus auf Wohnmobil-Solaranlagen mit 100-200Wp, meist flacher Montage und ohne Wechselrichter ist mit Vorsicht zu genießen.

Achtung: Alle Messwerte beziehen sich auf meine Konfiguration und sind nicht so ohne weiteres auf andere Solarmodulhersteller zu übertragen.


Und nun zu ein paar Zahlen, die eine Leistungsabschätzung ermöglichen:
Ein gebräuchlicher Begriff bei der Bewertung eines Solarmoduls ist die „Tagesleistung“. Naturgemäß ist diese im Sommer am Äquator bedeutend höher als an einem Wintertag am Nordkap. Die ØTagesleistung ist also ein Mittelwert, der sich auf einen Ort und einen gemittelten Erfassungszeitraum bezieht.
An meinem Wohnort Leinfelden ist z.B., bei einer Panelfläche von 1m2 und einer horizontalen Ausrichtung im Monat Mai bei 204 Sonnenstunden, mit einer Tagesleistung von ca. 220Wh/m2 d (pro Tag), bzw. 17Ah, zu rechnen. 

Eine marketingtechnisch bevorzugte Betrachtungsweise ist die Angabe der „Spitzenleistung in Watt (Wp)", oft auch als Nennleistung angeführt.
Ein Solarpanel mit einem Modul-Wirkungsgrad von ca.18% erzeugt bei Standard-Testbedingungen (STC = Einstrahlungsleistung 1000W/m2, 25°C, Lichtspektrum AM 1,5, 90 Grad Einstrahlwinkel) eine theoretisch erreichbare Spitzenleistung von grob 150Wp/m2. Bei 6,5h Einstrahlung ergäben sich damit ca. 76Ah. Diese Leistung erhält man natürlich nicht, denn Wp ist ein, von allen leistungsmindernden Einflüssen befreiter, Spitzenwert.
Von den WP-Leistungsangaben des Solarpanels müssen Sie dann noch die Leistungseinbuße durch Neigungsfehlstellung (10-20%), den aufheizungsbedingten Verlust (ca. 10-30%), Kabel-, Anpassungs- (Solarregler) und Umwandlungsverluste (Batterie) (10%) abziehen. Grob über den Daumen gepeilt ergibt sich daraus ein Verlust von ca. 30-50%

Praktisch gesehen sollte man aber ganz einfach den Nennstrom x Batteriespannung nehmen (z.B. 4,3A x 13V, dann erhält man die tatsächliche erzielbare Leistung (z.B. ca. 56W bei einem 85Wp Modul).

Die größten Variablen für den Ertrag sind der Montagewinkel, die Modultemperatur und mögliche Teilabschattungen.
Den besten Ertrag erreicht man mit einem Aufstellwinkel von 30° und einer Ausrichtung der Solarfläche zur Sonne. Beide Bedingungen sind bei einem Wohnmobil in der Praxis kaum umsetzbar.
Ein weiterer Punkt ist die Temperatur des Solarmoduls. Das Halbleitermaterial Silizium ist  temperaturabhängig, je kälter desto größer der Ausgangsstrom.
Teilabschattungen des Solarpanel werden durch ungünstigen Montageort (hinter aufgestellter Sat-Antenne, hinter Alkoven) und/oder durch einen ungünstigen Standplatz (Bäume, Gebäude) hervorgerufen.
Im Folgenden ist der Effekt der Teilabdeckung/Teilabschattung anhand der Stromkurve dargestellt. Es wurden jeweils 25% der 36 Solarzellen abgedeckt bzw. abgeschattet. Die Abdeckung/Abschattung erfolgte längs als auch quer an verschiedenen Positionen des Solarpanel.

Man sieht dass der Ertrag von 4,5A auf 11% der Leistung, nämlich 0,48A absinkt, wenn 25% der Panelfläche abgedeckt/abgeschattet sind. Die Messung erfolgte mit einer direkten Abdeckung der Zellen als auch mit einer Abschattung durch einen Karton in 1m Höhe. Das Ergebnis wurde dadurch nicht beeinflusst und es zeigt, dass die Ertragsminderung nicht proportional zu Abschattung ist sondern weitaus höher.
 


  • Ein externer 230V-Generator (Moppel), der über einen Verbrennungsmotor angetrieben wird und eine Spannung von 230V~ erzeugt, die über den externen 230V Eingang eingespeist wird. Hier sollte man des lieben Friedens willen dringend zwei Dinge beachten, nämlich den Geräuschpegel des Motors (vor allem nachts) und die Belästigung durch die Abgase.

  • Die Bereitstellung einer 12V-Versorgung durch die neue Technologie der Brennstoffzellen. Hier wird mit Hilfe eines Brennstoffes (meistens Methanol) geräusch- und abgasfrei eine 12V Spannung zur Ladung der Aufbaubatterien zur Verfügung gestellt.

  • Seit neuestem gibt es auch so genannte Hybridanlagen, bei denen Solarpanel und Brennstoffzelle über einen Laderegler miteinander kombiniert werden und so ihre Vorteile vereinigen.

Weiter Informationen über Batterien, Ladegeräte, Solaranlagen oder Wechselrichter erhalten Sie in meinem ABC rund ums Wohnmobil in dem diese Dinge, und noch viele andere mehr, leicht verständlich erklärt werden.

Was man braucht oder für notwendig hält, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Als kleine Hilfe zur Entscheidungsfindung kurz ein paar Punkte zu Hochleistungsladeregler, Solaranlage und Stromgenerator:

  • Wer viel fährt und wenig steht, ist mit einem Hochleistungsladeregler gut beraten, denn man hat schon nach relativ kurzer Fahrt die Batterien voll und steht ja nicht lange.

  • Wer im Sommer lange autark (in der Sonne!!) steht, ist mit einer Solaranlage bestimmt besser bedient, denn die Batterien werden im Stand geladen. Steht das Wohnmobil auch in der Winterpause im Freien, braucht man sich über Entladung der Start/Aufbaubatterien keine Sorgen zu machen, solange das Solarmodul nicht anhaltend mit Schnee bedeckt ist.

  • Wer im Winter lange (mehr als 2 – 3 Tage) steht und nicht fährt, wird einen Stromgenerator bzw. eine Brennstoffzelle schätzen, da hier weder der Hochleistungsregler noch die Solaranlage viel zur positiven Energiebilanz beitragen.

  • Sowohl beim Hochleistungsladeregler als auch bei der Solaranlage nutzt aber die zusätzliche Stromerzeugung gar nichts, wenn der erzeugte Strom nicht gespeichert werden kann und das bedeutet „ausreichend Batteriekapazität“. Diese wiederum hängt von den höchst individuellen Lebensgewohnheiten und dem elektrischen Zubehör ab. Eine Beispielrechnung finden Sie unter dem Thema Stromverbrauch.
     



Stromverbrauch:
Er ist eine wichtige Bemessungsgrundlage für die Auslegung des gesamten elektrischen Bordnetzes. Er ist immer individuell und hängt außerdem von der Jahreszeit ab. Große Stromverbraucher sind u.a.: Kompressorkühlschrank, Klimaanlage für den Aufbau, Fön, Mikrowelle, Toaster oder Kaffeemaschine und auch das Gebläse der Gasheizung bzw. die Wasserumwälzung in der Warmwasserheizung

Kleinere Stromverbraucher sind: Licht, Radio, TV, Sat-Anlage und Wasserpumpen.
Hat man eine externe 230V-Versorgung kann einem der Stromverbrauch relativ egal sein.

Steht man aber irgendwo autark und nimmt das Bordnetz in Anspruch, wird das Thema richtig interessant.
Gehen Sie als Beispiel mal davon aus, dass Ihre Aufbau-Batterie mit einer Kapazität von 100Ah zu 80% geladen ist (mit serienmäßigem Laderegler während der Fahrt) und dass Sie diese aus Gründen der Lebensdauer höchstens auf 25% der Nennkapazität, keinesfalls aber unter 10,5V entladen können, dann stehen Ihnen ca. 55Ah netto zur Verfügung.

Wieder mal ein Rechenbeispiel an zwei Situationen:
Sommer
, hell von 6 - 22 Uhr, keine Heizung, Radio oder Fernsehsehen ca. 2h,

Hier ist der Verbrauch gering, ein bisschen Wasserpumpe, Fernseh/Sat-Receiver,
ergibt ca. 10 Ah Verbrauch
bei einer Einschaltdauer von 2 Stunden.
Ohne Ladung ist eine Standzeit von 5 Tagen möglich.

Winter, hell von 9 - 17 Uhr, Heizungsgebläse, Radio/Fernseher ca. 3h, Leselicht ca. 4h
Und, nicht zu vergessen, die Batteriekapazität schwächelt eh bei Kälte!
Hier schlägt der Verbrauchsteufel richtig zu: Heizungsgebläse 24h x 0,5Ah = 12Ah

Fernseher/Sat Receiver ca. 12Ah, Licht über 4h, 4 Halogenleuchten à 10W = 13Ah
ergibt ca. 35Ah Kapazitätsverbrauch.
Ohne Ladung ist eine Standzeit von 1 - 2 Tagen möglich.

In diesen Beispielrechnungen ist weder der Verbrauch eines normalen Laptop mit ca. 14Ah  bei dreistündiger Nutzung oder der Verbrauch eines Kompressorkühlschranks mit ca. 36Ah  bei 24h Betrieb noch der Mehrverbrauch einer dieselbetriebenen Heizung eingerechnet!!

Für die „230V-Großverbraucher“ benötigen Sie einen Wechselrichter, der Ihnen die Wechselstromleistung zur Verfügung stellt.
Als Beispiel: Die allseits so beliebte Senseo Kaffeemaschine hat eine Anschlussleistung von ca. 1500W. Schlägt man auf diese Leistung noch 15% Verlust im Wechselrichter auf, so werden aus der Batterie rund 144A entnommen. Brüht die Kaffeemaschine 3 Tassen in ca. 3 Min, so benötigt sie dafür ca. 7,2Ah. Die Nettokapazität der Beispielbatterie reicht also für ca. 20 Tassen Kaffee, mit Licht und TV müssen Sie dann aber schon sparsam umgehen.

Diese Aufstellung soll Ihnen einen Überblick über die Stromaufnahme verschiedener Geräte bei einer 230V-Versorgung oder bei einer 12V-Versorgung aus der Batterie bei geben.

Die Betriebsdauer ist eine Annahme und soll als Richtwert für die benötigte Batteriekapazität dienen.

Anschlusswerte

Leistung In Watt

Strom Bei 230V

Strom
Bei 12V

Ø Betriebs-dauer

 

 

 

 

 

Ruhestrom X250 Chassis (Startbatt)

1,2W

 

0,1A

24h

Ruhestrom Ladegerät I-Pod

0,4W

 

0,03A

24h

Ruhestrom Bordcontrol & Knoten

0,5W

 

0,05-0,1A

24h

Ruhestrom Zentralverriegelung

1,8W

 

0,15A

24h

Eis Ex für Gasregler (pro Regler)

2/4W

 

0,2-0,4A

24h/Winter

Gasfernschalter für Truma

0,5W

 

0,04A

24h

Heizelement f. Truma FrostControl

4,8W

 

0,4A

24h/Winter

Gaswarner, Butan, Propan, KO-Gas

1W

 

0,07-0,1A

24h

Boiler, Ventil Notentleerung

0,25W

 

0,02A

24h

Gas-Umluftheizung, Gebläse

15W

 

Ø 1,1A

24h/Winter

Diesel-Umluftheiz., Gebläse Pumpe

22W

 

Ø 1,8A

24h/Winter

Gebläse Multivent/Entlüfter

3/6W

 

0,23/0,5A

12h/Winter

Alde Ww-heizung, Gebläse, Pumpe

36W

 

Ø 1-3A

24h/Winter

Webasto Zusatzheizung

70W

 

5-6A

12h/Winter

Fahrzeug-Gebläse für Webasto

120W

 

10A

2h/Winter

Absorber-KS, Gasbetrieb, Hilfselektr.

 2,4W

 

 0,2A

24h

Absorber-KS, 12V Betrieb

130-170W

 

10 – 14A

24h

Absorber-KS, nur AES Elektr.

6W

 

0,5A

24h

Absorber-GefrierS, Rahmenheizung

24W

 

2A

2h/24h

Kompressor-KS, 120l, 12V Betrieb

50-64W

 

Ø 64Ah

16 von 24h

Kühlbox, 35l, Kompressor

45W

 

Ø 1-4A

24h

Kühlbox, 35l, Peltier Elemente

70W

 

6A

24h

Herd Ceran, Gas (Ventilator)

17W

 

1,4A

1h/Tag

Herd, Diesel (Ventilator, Pumpe)

24W

 

1,5A

1h/Tag

Klimaanlage Aufbau

800-1500

3,5 – 8A

66 – 125A

3h/Sommer

Heizteppich, Heizmatte

240W/m2

 

20A

6h

Abwassertankheizung, Frostschutz

60W

 

5A

24h/Winter

Heizlüfter Aufbau

1200-2200

5,2 – 9,5A

 

6h/Winter

Wasserpumpe

48W

 

4A

0,5h/Tag

Toaster

800-1400

3,5 – 6,5A

66 – 116A

10Min/Tag

Mikrowelle

1000-1800

4,3 – 7,8A

83 – 150A

20Min/Tag

Kaffeemaschine

1400-1600

6 – 7A

116–133A

10Min/Tag

Geschirrspüler

650W

2,8A

54A

20Min/Tag

Fön

1600-2500

7 – 11A

133–208A

10Min/Tag

Beleuchtung 20x10W Halogen

200W

 

16A

5h/Winter

Beleuchtung 20x≈10W LED

80W

 

7A

5h/Winter

Notebook (ohne Accu-Ladung)

80-100W

 

4,5 - 5A

3h

Rückfahrkamera, mit Heiz, Abdeck.

2,4W

 

0,2A

 

TV und Sat/DVB-T Receiver

40-60W

 

3 - 5A

3h/Tag

Autom. Sat Antenne, Suche

36W

 

2 - 4A

4Min/Tag

Autom. Sat Antenne, Betrieb

3,6W

 

0,3A

4h/tag

Hinweis: Anhand der durchschnittlichen Betriebsdauer und der Stromentnahme können sie sich die Belastung der Batterie in Amperestunden selbst ausrechnen.

Die technologiebedingten Verluste bei der Spannungsumformung durch einen Wechselrichter von ca. 20% sind in der obigen Tabelle nicht berücksichtigt.


Wechselrichter 12V Gleichstrom auf 230V Wechselstrom
dient der Umformung von 12V= (Bordnetz) auf 230V~ und ist manchmal unumgänglich. Man sollte aber nicht zu viel erwarten. Die erzeugte Spannung ist bei den kostengünstigen Lösungen keine saubere Sinusspannung sondern ein so genannter „modifizierter Sinus“ (trapez oder rechteckförmig) und manches getaktetes Netzteil hat mit dieser Spannungs- bzw. Frequenzqualität (Oberwellen, Flankensteilheit) seine liebe Not. Aber für den Anschluss von Wasserkocher, Fön, Lampen, Lötkolben oder Elektrowerkzeugen ist er durchaus geeignet.

Für die Versorgung von Notebooks, LCD-TV / SAT-Anlagen oder aller Art von „getakteten Netzteilen“ wie Ladegeräte für Elektrofahrräder oder zum Anschluss programmierbarer Kaffeeautomaten (Senseo, Saeco etc.) sollte es ein echter Sinuswandler sein. Nur dessen saubere Sinus-Wellenform sichert einen störungsfreien Betrieb dieser Geräte. 
 

Wechselrichter, die eine saubere Sinus-Wellenform liefern, benötigen zum Betrieb eine bestimmte Ausgangslast. Trotzdem sind bei Laständerungen Spannungsschwankungen zwischen 290V und 170V in der Einschwingphase immer möglich.


Eine saubere Sinuskurve sollte so aussehen:

Leider sehen die "modifizierten Sinusspannungen" am Ausgang vieler Wechselrichter aber so aus:                                            oder noch schlimmer, nämlich so:

Oder im direkten Vergleich:

Dass mit diesen Wellenformen etliche Verbraucher ihre Probleme bekommen braucht niemanden zu wundern.

Beim Anschluss über eine 12V Normdose beträgt die maximale Anschlussleistung ca. 150/180 Watt. Die Zigarettenanzünderdosen sind für einen WR ungeeignet, da sie den Stecker nicht fixieren!!.
Festangeschlossene Geräte gibt es für den Bereich von 200 bis 2000W.
Aber Achtung, bei einer Ausgangsleistung von 1500W fließt bereits ein Batteriestrom von ca. 144A (falls Wirkungsgrad 85%). Der WR muss deshalb direkt, mit kürzester Verbindung und genügend dickem Kabel an die Batterien angeschlossen werden. Außerdem sollte man batterieseitig einen Trennschalter (Natoknochen) vorsehen. Auch die Batterienkapazität sollte, entspechend den gestiegenen Anforderungen, aufrüstet werden wobei man die Gel-Technik meiden sollte. Die
Batterielebensdauer verkürzt sich enorm, wenn bei einer C10-Batterie mit einer Kapazität von 200Ah mal schnell 144A gezogen werden

Bitte beachten Sie auch, dass selbst gute Wechselrichter nur einen Wirkungsgrad von max. ca. 90% haben (best case Angabe), d.h. wenn sie 1500W Leistung für den 230V-Verbraucher benötigen, müssen Sie der Batterie ca. 1650W entnehmen. Die Differenz wärmt ihr Wohnmobil. Der Wirkungsgrad ist außerdem stark abhängig von der abgeforderten Leistung, auf gut deutsch kann bei einem 1500W Wechselrichter und einer entnommenen Leistung von nur 200W, der Wirkungsgrad produktspezifisch auf nur 60% sinken. Der beste Wirkungsgrad wird im Betrieb bei ca. 70-80% der Dauernennleistung erreicht. Genaueres muss man typspezifisch den Geräte-Kennlinien entnehmen.
PS: Es ist wie beim Automotor und „dem besten Drehmoment“, also eine Frage des optimalen Arbeitspunktes auf der Kennlinie

Achtung: Der 230V-Ausgang eines Wechselrichters (WR) darf nicht mit auf das 230V-Landstromnetzes geschaltet werden. Möchte man die im Wohnmobil installierten 230V Steckdosen für Landstrom und WR benutzen, benötigt man zum WR einen „Netzvorrangschalter mit zwangsgeführten Kontakten“, der bei Anschluss von Landstrom den WR komplett abschaltet. Tut man das nicht, kann man mit ziemlicher Sicherheit den Wechselrichter als Totalschaden abschreiben.

Zusätzlich muss auch die bestehende Verkabelung geändert werden. Der 230V-Anschluss des Kühlschrankes, ggf. der 230V-Heizpatrone der Truma/Alde Heizung, des Batterieladegerätes und der FI/RCD Schutzschalter müssen getrennt von der Ausgangsseite des WR liegen.

Ansonsten würde die AES Automatik den Kühli mit 230V WR-Strom anstatt Gas betreiben und auch die Batterieladung würde sich im Kreis drehen indem die Batterie den WR versorgt, der dann wiederum das Ladegerät mit 230V versorgt damit dieses die Batterie lädt.

Ist der 230V Ausgang galvanisch vom Eingang getrennt, muss auch in diesem 230V Strang ein FI/RCD-Schutzschalter Typ B verbaut werden.


Internet im Wohnmobil
Bei der heutigen Technologie ist das eigentlich kein Thema mehr, lediglich die Art des Zugriff zum Internet kann unterschiedlich sein:

  • Direkt mit dem Smartphone, Notebook, Tablett über einen WLAN-Zugang des Campingplatzes (Access point, Hotspot).
  • über Smartphone und das LTE/UMTS/GPRS Mobilfunknetz
  • über NB/Tablett und einen zusätzlichen UMTS/LTE-Stick
  • vom NB über ein Smartphone mit Tethering Funktion ins WLAN oder UMTS/LTE-Netz.
  • für mehrere Geräte gleichzeitig über einen LTE WLAN-Router, oder
  • eine Internet-Sat-Verbindung direkt über einen Satellit, TV/Sat Receiver und Ethernetausgang, bzw. eventuell einen weiteren WLAN-Router, zum Notebook.

Der WLAN-Zugang ist sicherlich der einfachste und meist auch der günstigste Weg ins Internet. T-Mobile und McDo bietet allen Gästen von McCafé einen Internetzugang an. Auch im Ausland gibt es genügend Möglichkeiten, seine Emails abzurufen oder im Internet zu surfen, man muss halt in ein Cafe, eine Bibliothek, etc.
Auf den Campingplätzen ist heutzutage überall ein WLAN installiert, allerdings ist der Zugang nicht kostenfrei und oft nicht von allen Plätzen erreichbar. Benutzt man den WLAN-Zugang des Campingplatzes, benötigt man einen CP-Account. Den gibt es auf Stundennutzung (2/5/24/48) gestaffelt.
Die zweite Möglichkeit von unterwegs ins Internet zu kommen, ist derzeit sicherlich ein UMTS/LTE-Stick bzw. Smartphone mit einer entsprechend frei geschalteten SIM Karte auf Flatrate-Basis.

Bei beiden Möglichkeiten sollte man aber wissen, dass eine Alu-Außenhaut das Empfangssignal schwächt und damit den Datendurchsatz empfindlich einschränkt. Zur Verbesserung der Empfangssituation kann man eine externe Antenne benutzen bzw. den WLAN/UMTS/LTE Stick durch eine Alkovenluke aufs Dach legen.

Eine sehr gute Möglichkeit, vor allem wenn man mit Kids unterwegs ist, ist ein LTE WLAN Router wie z.B. der Speedport mini (baugleich zu Huawei E5776). Der Speedport mini arbeitet bis zu 10h mit seinem eingebauten Akku, hat ein 12V Netzteil, einen Anschluss für eine ext. Antenne und einen USB 2 sowie einen RJ45 Ethernet Anschluss.
Er unterstützt LTE und UMTS mit 2G, 3G und 4G Technologie.

Bei einer Internet-Verbindung via Satellit benötigt man eine Satellitenschüssel, die mit dem Satelliten über das 2-Wege-System (senden und empfangen) kommuniziert. Die Schüssel sollte aufgrund der geringeren Signalstärken einen Durchmesser von mindestens 85 cm haben, Internet-Satelliten sind Astra1E oder Hellas 2. Der Transmitter/Receiver dient als Router für den Internetzugang, über dessen Ethernet-Ausgang dann das Notebook angeschlossen wird.
Mit den Internet-Anlagen ist natürlich auch der TV-Empfang möglich, allerdings nicht gleichzeitig zum Internetzugang, da die Sat-Schüssel dazu auf eine andere Position gestellt werden muss.
Für den Internetzugang benötigt man natürlich einen „Provider“, z.B. IpCopter (6 Mb/s) über den man dann einen Nutzungsvertrag abschließt. Für Internet ( & Telefonie liegt der bei ca. 600 €/Jahr.
Natürlich gelten für die Satellitenverbindung die gleichen Bedingungen (und Einschränkungen) wie für den TV-Empfang.

Bevor man sich für eine der Lösungen entscheidet, sollte man sich allerdings Gedanken über seine Anforderungen machen. Ist das Ganze zum Spaß oder steckt ein geschäftlicher Ansatz dahinter? Hat man seine Programme auf dem Gerät oder stecken die in einer Cloud? Lädt man sich nur Daten aus dem Internet oder speichert man dort große Mengen?

In Großstädten ist meist kein Satellitenempfang möglich, aber LTE ist hervorragend. In der Bretagne ist der Satellitenempfang gut, aber LTE kann man vergessen. In den Alpen geht man am besten auf einen Campingplatz mit WLAN.
Eine ideale Funk-Lösung gibt es leider nicht, die sicherste Lösung ist halt immer noch Kabel!
 


Notwendige Hintergrundinformationen zur Elektrik
Für Wohnmobile und Caravans gelten die DIN EN 1648-1&2, die DIN VDE 0100-Teil 100, Teil 721 und Teil 754.
230V Kabel und 12V Kabel müssen getrennt verlegt werden (Kabelkanäle oder Abstand). Bei 230V Litze-Kabel müssen Kabelendhülsen verwendet werden.
Landstromanschluss darf nur über einen verpolungssicheren CEE-Stecker, (Kabelfarbe L1 = Schwarz, Braun oder Rot, N = Blau, muss aber nicht überall so sein, ist nicht genormt!) und
die Absicherung der 230V-Anlage muss über einen 2-poligen FI/RCD Schutzschalter erfolgen.


Leitungsquerschnitt
bzw. Sicherungsstärke

 

Klemmenbezeichnung in der Kfz-Elektrik:
Kl 61
               auch D+, Ladekontrollleuchte, Steuersignal für Trennrelais
                      Batterien, Kühlschrank
Kl 15                  
Plusspannung, wenn Zündung eingeschaltet ist, Steuerung, Sat-Schüssel,
                      autom. Treppe, elektr. Hubstützen
Kl 30
               Plusspannung, direkt von der Batterie

Kl 31
               Minusleitung, direkt von der Batterie
Rel.Kontakt 85
Steuerspule vom Relais
Rel.Kontakt 86
Steuerspule vom Relais
Rel.Kontakt 30
Eingang Schließer/Öffner/ Wechsler
Rel.Kontakt 87
Ausgang Arbeitsstromkreis (no) am Relais (Schließer)
Rel.Kontakt 87a
Ausgang Ruhestromkreis (nc) am Relais (Öffner/Wechsler)

Batterien, die im Wohnraum (Koffer) eingebaut werden, müssen gasdicht sein oder über eine Schlauchentlüftung durch den Boden nach außen verfügen.


Bordnetz und Batterieladung im Wohnmobil
Diese Blockschaltbilder sollen die Batterieladung durch verschiedene Ladequellen aufzeigen.

Motor aus & Landstrom/Solarstrom liegt an:
Das eingebaute Ladegerät /EBL wird über die Außensteckdose und über den FI-Schutzschalter mit 230V aus dem Netz oder dem Notstromgenerator versorgt.
Da der Motor nicht läuft wird kein Signal auf der Steuerleitung D+ erzeugt, das Trennrelais für den Aufbau ist deshalb geöffnet. Damit wird verhindert, dass Wohnraum- und Starterbatterie zusammengeschaltet sind und die Starterbatterie entladen werden kann.
Das Ladegerät/EBL lädt die Wohnraum-/Zusatzbatterie mit einer I/UoU-Kennlinie die sicherstellt dass die Batterien schonend vollgeladen werden.

Bei einigen Ladegeräten/EBL wird über eine separate Ladeleitung auch die Starterbatterie im Modus „Erhaltungsladung“ geladen.
Entfällt die 230V Außeneinspeisung, so übernimmt die Solaranlage oder eine Brennstoffzelle mit ihren Laderegler die schonende Ladung der Batterien nach einer I/UoU-Kennlinie.
 


Motor läuft:
Der serienmäßige Chassis-Laderegler steuert die Spannung der Lichtmaschine zwischen 13,8V und 14,1V und lädt damit unter anderem die Starterbatterie.
Gleichzeitig wird auf der Leitung D+ ein Steuersignal erzeugt, das das Trennrelais Aufbau schließt. Damit ist auch die Wohnraumbatterie an die Lichtmaschine angeschlossen. Ein zweites Relais versorgt den Kühlschrank für einen 12V Betrieb.
Da ein Chassis-Laderegler nur eine LiMa-Spannung von max. 14,1V zum Schutz vor einer „Batteriegasung“ zulässt, werden die angeschlossenen Batterien maximal zu 80% geladen.

Die Landstromeinspeisung ist (hoffentlich) abgetrennt, eventuell gibt es bei Sonneneinstrahlung noch eine zusätzliche Ladung aus dem Solarpanel.

Motor läuft und ein B2B Lader ist installiert:
Der Laderegler steuert die Spannung der Lichtmaschine zwischen 13,8V und 14,1V und lädt damit die Starterbatterie. Der B2B-Lader erhöht diese Spannung auf bis zu 14,8V und erzeugt damit eine I/UoU kennlinienkonforme Ladespannung für die Aufbaubatterie(n). Die Startbatterie wird weiterhin mit 13,8V - 14,1V geladen.
Da die Ladespannung jetzt bis 14,8V geht wird die Batterie zu 100% geladen. Damit die Regelung des B2B-Laders nicht durch die Ladespannung des Solarreglers irritiert wird, wird dieser mit Hilfe eines Trennrelais von den Batterien getrennt wenn der Motor läuft.



Steuerung für automatische Treppe

Soll die Treppe ausgefahren werden, wird der Raus-Umschalttaster betätigt, der Motor läuft an, die Treppe wird ausgefahren und der Endschalter schließt.
Soll die Treppe wieder eingefahren werden, wird der Rein-Umschalttaster betätigt, die Polarität am Motor wird umgeschaltet und die Treppe fährt ein. Der Endschalter wird wieder geöffnet.
Wird die Zündung eingeschaltet und die Treppe ist ausgefahren, ist der Endschalter geschlossen. Das Relais kann anziehen, und schaltet den Motor mit den Kontakten 30/87 auf Zündungs-Plus. Die Treppe fährt ein, der Endschalter wird  geöffnet.

Stand 17.12.2014

 

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